Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Tag gegen Gewalt an Sexarbeitenden — Macht mit!

Tag gegen Gewalt an Sexarbeitenden — Macht mit!

Tag gegen Gewalt an Sexarbeitenden — Macht mit!
Wie jeden Win­ter gibt es auch 2020 kurz hin­ter­ein­an­der die bei­den inter­na­tio­na­len Tage gegen Gewalt an Frau­en (25.11.) und gegen Gewalt an Pro­sti­tu­ier­ten (17.12.) Gewalt gegen Frau­en oder Pro­sti­tu­ier­te fin­det vor allem ver­steckt, im ver­mut­lich siche­ren Rah­men, oft im eige­nen Heim statt. Ob es psy­chi­scher Druck ist oder phy­si­sche Gewalt – bei­des ist schlimm, unnö­tig und gehört sowohl bestraft als auch in die Mot­ten­kis­te der Ver­gan­gen­heit. In bei­den Fäl­len ist es sexis­ti­sche bzw sexua­li­sier­te Gewalt. Oft ist es auch nicht aus­ein­an­der­zu­hal­ten um was es sich han­delt, denn auch Pro­sti­tu­ier­te sind zum über­wie­gen­den Teil Frau­en. Zum Glück haben wir hier in Deutsch­land einen umfas­sen­den Geset­zes­ka­ta­log bezüg­lich sol­cher Ver­bre­chen – sie jedoch reell durch­zu­set­zen ist lei­der immer wie­der ein Kampf. Trotz­dem haben wir schon viel geschafft und etli­ches in die Mot­ten­kis­te der Ver­gan­gen­heit gepackt, am Ziel sind wir aber noch nicht. Ver­ge­wal­ti­gung in der Ehe ist erst seit 1997 straf­bar, Fried­rich Merz und Mar­kus Söder, die sich damals im Bun­des­tag dage­gen aus­spra­chen machen immer noch Kar­rie­re in der Poli­tik. Auf­klä­rung, Stär­kung, Unter­stüt­zung haben wesent­lich mit dazu bei­getra­gen dass es immer mehr Frau­en auch in der Ehe bes­ser geht, auch wenn sie wei­ter­hin öko­no­misch in Abhän­gig­keit ste­hen. Nicht des­to trotz plat­zen die Frau­en­häu­ser, als Zufluchts­or­te für bedroh­te Frau­en wei­ter­hin aus allen Näh­ten. Gera­de jetzt in der Coro­na Kri­se, als man unge­wohn­ter wei­se auf sehr engem Raum ver­wei­len muss­te, hat die­se häus­li­che Gewalt wie­der zuge­nom­men. Der erneu­te Lock­down in Zusam­men­hang mit dem nun immer unwirt­li­che­ren win­ter­li­chen Wet­ter wird wie­der ver­mehrt zu sol­chen Vor­fäl­len füh­ren. Ich zie­he den Hut vor den vie­len Men­schen, die in Bera­tungs­stel­len, Fort­bil­dungs­ein­rich­tun­gen und Frau­en­häu­sern die­se Frau­en auf­fan­gen, betreu­en und wie­der in ein wür­de­vol­les Leben (zurück) füh­ren! Hiel­te man sich aus­schließ­lich vor Augen was die­sen Frau­en pas­siert und wider­fah­ren ist, wür­de man wahr­schein­lich vor der Ehe per se war­nen, sie abschaf­fen wol­len etc. Doch zum Glück ist das nicht so, vie­le Ehen sind zumin­dest har­mo­nisch, vie­le sind Zweck-WGs um viel­leicht Kin­der groß zu zie­hen oder ein gemein­sa­mes Unter­neh­men zu füh­ren und es gibt sogar auch ein paar wirk­li­che Traum Ehen dar­un­ter, Lie­be über vie­le Jahr­zehn­te die bis zum Tode hält. Und weil wir das wis­sen kämp­fen wir für die Frau­en und ihre Ehen, stär­ken sie und geben ihnen skills an die Hand um bes­ser zurecht zu kom­men. Ob bei die­sem oder dem nächs­ten Mann ist dabei nicht von Bedeu­tung. Ähn­lich ver­hält es sich übri­gens mit der Pro­sti­tu­ti­on, auch hier haben wir vie­le Men­schen die allein aus wirt­schaft­li­chen Grün­den die­sem Job nach­ge­hen – man­che unter bes­se­ren und man­che unter schlech­te­ren Bedin­gun­gen und man­che sogar in der Erfül­lung ihres Trau­mes als „Sexper­tin“, in wel­cher Spar­te der Sex­ar­beit auch immer. Auch hier gibt es pro­ble­ma­ti­sche Struk­tu­ren die meist, ähn­lich wie in der Ehe, von (emo­tio­na­ler) Abhän­gig­keit und Gewalt geprägt sind. Es sind dies in der Regel übri­gens der Sexworker*in nahe­ste­hen­de Per­so­nen, auch hier ist der „Part­ner“ sehr oft der Täter, z.B. auch bei der sog. „Lover­boy-Metho­de“.  Auch hier kön­nen wir hel­fen, das Vor­bild der Hil­fe, Unter­stüt­zung und Förderung/Bildung hat uns Frau­en ja auch in ande­ren Belan­gen schon sehr viel wei­ter gebracht! Kein Mensch käme auf die Idee uns vor­schrei­ben zu wol­len wo wann wie und mit wem wir Part­ner­schaf­ten ein­ge­hen (obwohl man manch­mal die Hän­de über dem Kopf zusam­men­schla­gen möch­te)! Denn eines ist sicher – wir wer­den Pro­sti­tu­ti­on nie­mals ver­bie­ten kön­nen, wir kön­nen sie ledig­lich in die Ille­ga­li­tät trei­ben. Wel­chen Teil wir dabei ver­dam­men, den, der einen Arbeits­platz schaf­fen kann (Bordellbetreiber*in), die Kun­den daselbst – Leid­tra­gen­de wird dabei immer die Sexarbeiter*in sein denn in der Ille­ga­li­tät kann ihr nicht mehr gehol­fen wer­den, sie wird erpress­bar und ist somit allem schutz­los aus­ge­lie­fert was es nur geben kann. Gera­de das der­zeit kom­mu­ni­zier­te sog. #nor­di­sches­Mo­dell setzt dem noch eine schi­cke schwe­di­sche Kro­ne auf: Sexarbeiter*innen, die sich gegen­sei­tig Tipps, Hil­fe und Rat­schlä­ge ertei­len wer­den dies­be­züg­lich mit der Kla­ge „Zuhäl­te­rei“ belangt – bei­de übri­gens. Woh­nungs­ver­lust ist eine der “übli­chen” Kol­la­te­ral­schä­den mit denen Sexarbeiter*innen zu rech­nen haben, denn Ver­mie­ter haben Angst der Zuhäl­te­rei bezich­tigt zu wer­den — egal ob nun sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen in der Woh­nung erbracht wur­den oder nicht. Auch pri­va­te Bezie­hun­gen sind kaum noch mög­lich da der Part­ner stän­dig Gefahr läuft als Kli­ent bzw. “Zuhäl­ter” ange­klagt wer­den. Es kann nicht sein dass wir das wol­len! Denn am Bei­spiel der Ehe haben wir gese­hen: gestärk­te und gebil­de­te Frau­en die SELBST­be­stimmt ihr Leben füh­ren sind die ein­zi­ge Chan­ce gegen die­se Unge­rech­tig­kei­ten! SELBST bestimmt meint übri­gens dass ich das tun kann was ICH möch­te und nicht etwa­ige Retter*innen mei­nen, was denn für mich das Bes­te sei 😉

Hilfe für von Gewalt betroffene Frauen:

Tel.: 0800 116 016 www.hilfetelefon.de


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#AgainstViolence #RespectSexwork #MakeAllWomenSafe #PROstitution #SchweigenBrechen (Mitmachaktion vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben)

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Die­ser Bei­trag stammt von Sex­ar­bei­te­rin und BesD-Mit­glied Madame Kali, die auch das Ban­ner für den Akti­ons­tag designt hat und hier frei zur Ver­fü­gung stellt. Dan­ke!
Wei­ter­füh­ren­de Infos: Zum Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen Zum Sexkauf­ver­bot bzw. Frei­er­be­stra­fung