Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

BDSM und Rassismus — Warum ich nicht mit dem Begriff “Sklav*in” spielen will

BDSM und Rassismus — Warum ich nicht mit dem Begriff “Sklav*in” spielen will

BDSM und Rassismus — Warum ich nicht mit dem Begriff “Sklav*in” spielen will
BDSM steht für Bon­da­ge & Disci­pli­ne, Domi­nan­ce & Sub­mis­si­on, Sadism & Maso­chism. Es soll hier nun um Domi­nan­ce & Sub­mis­si­on gehen. Sub­mis­si­on heißt Unter­wer­fung und/oder Hin­ga­be. Das funk­tio­niert nur, weil wir sind, wer wir sind: Freie, frei ent­schei­den­de Men­schen. Man kann sich nur hin­ge­ben und unter­wer­fen, wenn man etwas zu geben hat. Unfreie Men­schen sind genau das: unfrei. Nicht kon­sens­fä­hig. Man kann nur zustim­men, sich zu unter­wer­fen, wenn man die Wahl der frei­en Ent­schei­dung hat. Dar­in liegt die Freu­de. D/s ist wun­der­voll. Das Spiel mit Macht und Hin­ga­be, Kon­trol­le und Kon­troll­ab­ga­be kann unglaub­lich gute Gefüh­le her­vor­ru­fen. Es kann eine beson­de­re Form von Inti­mi­tät und Ero­tik her­stel­len und ist un-glaub-lich heiß. Die Vor­aus­set­zung für D/s ist Kon­sens oder auch Zustim­mung. Sonst wäre es ja Misshandlung/Missbrauch und das ist es ganz und gar nicht. D/s ergibt Sinn & macht Spaß wegen all dem, was & wer wir sind. Wir sind erwach­se­ne Men­schen, die Ver­ant­wor­tung für sich über­neh­men und freie Ent­schei­dun­gen in & über das Aus­le­ben unse­rer Sexua­li­tä­ten fäl­len. Abge­spro­chen kön­nen (Ohn-)Machtphantasien aus­ge­lebt wer­den und sich dadurch zum Bei­spiel stark oder hin­ge­bungs­voll oder schwach gefühlt wer­den. Vie­le Emo­tio­nen, die teil­wei­se gesell­schaft­lich tabui­siert wer­den, kön­nen im D/s ero­ti­siert und ver­spürt wer­den. Scham, Trotz, Ekel, Demü­ti­gung, Hin­ga­be, Stolz, Trau­er, sich klein füh­len, sich schwach füh­len, sich stark füh­len, Wut, Aus­hal­ten, Macht, Ego­is­mus, Sorge/Care, Wucht, Grau­sam­keit, Gna­de, Genuss, Ser­vice, Ver­lust,… – alles kann Platz haben und erforscht wer­den. Eine wun­der­vol­le Sache. Die geschieht nicht im luft­lee­ren Raum, son­dern funk­tio­niert beson­ders gut und auch weil wir gesell­schaft­li­chen Anfor­de­run­gen unter­wor­fen sind. Wir leben in einem sexis­ti­schen Sys­tem. So wer­den Frau­en und Nicht-Män­nern gemein­hin eher Rol­len zuge­schrie­ben, die unter Sor­ge­ar­beit sub­su­miert wer­den kön­nen. Frau­en und Nicht-Män­ner sind sel­te­ner Füh­rungs­kräf­te oder in STEM*-Berufen anzu­fin­den, aus sel­bi­gem Grund: da sie eher angeb­lich emo­tio­na­le­re und (ver)sorgende Men­schen sei­en und nicht kal­ku­lie­rend, intel­lek­tu­ell und füh­rend. Es kann beson­de­re Freu­de machen in einem sexis­ti­schem Sys­tem, sich einer Frau oder einem Nicht-Mann zu unter­wer­fen. Es kann beson­de­re Freu­de in genau die­sem Sys­tem machen, sich als Frau oder Nicht-Mann zu unter­wer­fen. Geschlechts­iden­ti­tä­ten sind nicht weg­zu­dis­ku­tie­ren, wenn man mit Geschlechts­iden­ti­tä­ten spielt. Der Punkt dar­in, der genau den Kick macht, ist, dass man mit ihnen spielt. Gesell­schaft­li­che Anfor­de­run­gen und Rol­len aus­zu­rei­zen, ist Teil von BDSM. Sich in Ver­bin­dung zu die­sen Anfor­de­run­gen ein Stück weit aus ihnen her­aus zu bewe­gen und einen neu­en Raum zu eröff­nen, in dem die (eigenen/gesellschaftlichen) Gren­zen in einem gesi­cher­ten Rah­men erforsch- und bespiel­bar sind, ist toll. Ich lie­be BDSM. Ich bin domi­nant und sadis­tisch und lie­be es sehr, bei­des aus­zu­le­ben. Es ist nahe­lie­gend, dass Men­schen in die­sem Rah­men auch Titel für sich nut­zen, um ihre Rol­len zu ver­fes­ti­gen. Es macht es oft ein­fa­cher, sich in Rol­len hin­ein­zu­be­ge­ben, wenn sie benannt sind. Bei­spie­le dafür wären Dad­dy, Mom­my, Mas­ter, Sir*Miss, Herr*in, Boss, Baby, Slut. Sis­sy oder auch Top, Sub, Bot­tom. Viel Freu­de macht unter ande­rem das Spie­len mit den Tabus, mit den gesell­schaft­li­chen Asso­zia­tio­nen, den Impli­ka­tio­nen und den Bil­dern, die wir dazu im Kopf haben. Es macht eine Unter­su­chung der eige­nen Position(en), eine Refle­xi­on und teil­wei­se ein Frei­ma­chen oder Ver­ar­bei­ten davon mög­lich. Damit berührt BDSM immer wie­der auch Trau­ma­ta, sei­en es indi­vi­du­el­le oder gesell­schaft­li­che. Wir spie­len mit erleb­tem Schmerz, mit dem Ver­bo­te­nen, mit dem mit gro­ßer Scham beleg­ten, mit dem, was wir im “rea­len Leben”/außerhalb der BDSM-Ses­si­on ande­ren nicht antun wür­den oder uns nicht antun las­sen wür­den. Wir spie­len auch mit Echos und Res­ten in unse­rem kul­tu­rel­len Gedächt­nis, weil die Sym­bo­li­ken Teil unse­res Wis­sens sind, auch wenn wir wenig oder kein bewusst erlern­tes Wis­sen zu Din­gen haben. Sym­bo­le und Rollen(vorstellungen) sind ins kul­tu­rel­le Gedächt­nis ein­ge­schrie­ben. Teil­wei­se sehen wir sie im Stadt­bild, durch Sta­tu­en oder Gemäl­de, teil­wei­se sehen wir sie durch (man­geln­de) Reprä­sen­ta­ti­on in Medi­en und Umfel­dern. Kom­men wir zum Begriff „Sklav*in“. Maa­fa (auch teil­wei­se benannt als ‘der Schwar­ze Holo­caust’) beschreibt die Gesamt­heit aller Ver­bre­chen an Schwar­zen Men­schen. Das beinhal­tet die Ver­schlep­pung, Ver­skla­vung, Aus­beu­tung, Aus­rot­tung, Geno­zi­de, Men­schen­ver­su­che (sie­he z.B. J. Mari­on Sims & Gynä­ko­lo­gie oder Hen­ri­et­ta Lacks & HeLA-Zel­len) und ihre bis heu­te andau­ern­den Aus­wir­kun­gen. Wir wis­sen um den Völ­ker­mord an den Here­ro & Nama, der noch immer nicht aner­kannt ist oder davon, dass über Jahr­hun­der­te unter­wor­fe­ne und end­lich befrei­te afri­ka­ni­sche Staa­ten noch immer „colo­ni­al tax“ zah­len müs­sen. Wir wis­sen von Jim Crow-Geset­zen, der Armut des glo­ba­len Südens, Poli­zei­ge­walt, struk­tu­rel­len Aus­schlüs­sen, höhe­rer Sterb­lich­keit, gerin­ge­rer Zugän­ge und Ras­sis­mus. Schwar­ze Men­schen wur­den ver­sklavt. Ihnen wur­de ihr Mensch­sein abge­spro­chen und es wur­de ein gan­zes ver­wis­sen­schaft­lich­tes Sys­tem auf­ge­baut, um sie zu Unter­men­schen zu kate­go­ri­sie­ren. Schwar­ze Men­schen wur­den erst Sklav*innen und dann ent­rech­te­te Men­schen drit­ter Klas­se. Wer kei­ne Rech­te hat, kann kei­nen Kon­sens geben. Wer nicht frei ist, kann kei­nen Kon­sens geben. Wenn wir mit Rollen(vorstellungen) im BDSM spie­len, dann bewe­gen wir uns inner­halb unse­res gesell­schaft­li­chen, his­to­ri­schen & kul­tu­rel­len Wis­sens. Ver­skla­vung von Schwar­zen Men­schen hat in der Welt­ge­schich­te ein Allein­stel­lungs­merk­mal & ist weder lan­ge her, noch sind die Aus­wir­kun­gen der­sel­bi­gen vor­bei. Wenn wir mit dem Bild von Sklav*innen spie­len, spie­len wir immer auch mit der Maa­fa. Ja, es gab auch grie­chi­sche und römi­sche Sklav*innen und ger­ma­ni­sche und ver­schie­dens­te afri­ka­ni­sche. Unse­re Vor­stel­lun­gen von Sklav*innenschaft sind auch davon geprägt. Spar­ta­cus und Gla­dia­tor sei Dank. Aber unse­re Vor­stel­lun­gen von Sklav*innen sind eben­falls von Schwar­zen afri­ka­ni­schen Sklav*innen geprägt. Die­se Geschich­te ist sehr viel jün­ger und sehr wirk­mäch­tig. Auch ist sie inhalt­lich anders gela­gert: Schwar­ze Men­schen wur­den auf Grund ihres Aus­se­hens zu Sklav*innen gemacht, wegen unver­än­der­li­cher äußer­li­cher Merk­ma­le. Die ras­sis­ti­sche Idee ver­schie­de­ner races/“Rassen”, wie wir sie heu­te ken­nen, ist eine Erfin­dung wei­ßer Men­schen, um die Ver­skla­vung Schwar­zer Men­schen über­haupt recht­fer­ti­gen zu kön­nen. Denn es gibt kei­ne ver­schie­de­nen Menschen“rassen“. Gan­ze Völ­ker wur­den her­ab­ge­setzt. Es wur­den inein­an­der­grei­fen­de Sys­te­me der Unter­drü­ckung ent­wi­ckelt, die in einer nie zuvor dage­we­se­nen Grö­ßen­ord­nung durch­ge­führt wur­den. Maa­fa ist unver­gleich­bar mit ande­ren Phä­no­me­nen von Ver­skla­vung. Weder in der Aus­wir­kung noch in der Durch­füh­rung. Ansons­ten wäre das N‑Wort nicht immer noch ein Schimpf­wort, wel­ches gleich­be­deu­tend ist mit Sklav*in und Unter­mensch. Sein Ursprung liegt in ‑genau- der Ver­skla­vung von Schwar­zen Men­schen und ist auch heu­te noch aktu­ell. Sklav*innen und Maa­fa sind nicht von­ein­an­der lös­bar. Beim Sklav*in sein im BDSM-Kon­text geht es Men­schen um das Gefühl des Besit­zens, des Beses­sen­wer­dens und das kann eine sehr wun­der­ba­re Spiel­art sein. Ich ver­ste­he den Reiz. Das kann man machen — jedes (poten­ti­el­le) Trau­ma ist auch ver­k­ink­bar und ich habe da erst­mal kein Pro­blem mit. Rape-Play, Age-Play, Race-Play – alles vali­de Spiel­ar­ten inner­halb von BDSM. Womit ich ein Pro­blem habe, ist, wenn das nicht reflek­tiert wird. Denn dann wird’s gefähr­lich und dann wird es belei­di­gend. Als Schwar­ze Per­son lebe ich mit den Aus­wir­kun­gen der Maa­fa jeden Tag. #blm ist eine davon. Ich tref­fe die per­sön­li­che Ent­schei­dung, nicht mit wei­ßen Men­schen zu arbei­ten, zu spie­len oder ihnen auf Social Media zu fol­gen, die ihre Subs kon­text­los als „Sklav*innen“ bezeich­nen. Eben­so tref­fe ich die Ent­schei­dung, kein nicht-kon­sen­su­el­les Race-Play zu machen. Denn nicht-kon­sen­su­el­les egal­was-Play ist Gewalt. Sklav*in sein ist ein Spiel mit (teil­wei­se frem­dem) Trau­ma – was grund­sätz­lich okay ist. Ich möch­te das aber nicht. Ich brau­che einen Kon­text, in dem das Spiel für mich nicht nur als wei­ter­füh­ren­de Gewalt von white Supre­ma­cy wahr­nehm­bar ist. Mein Schwarz­sein ist für mich dar­in der lei­ten­de Fak­tor. Das muss für ande­re Schwar­ze Per­so­nen nicht so sein. Was aber defi­ni­tiv ist, ist dass wir in einer Welt leben, in der wei­ße Über­macht und Schwar­ze Unter­drü­ckung lei­der wei­ter­hin Fakt sind und es ist sinn­voll, damit bewusst(er) umzu­ge­hen. Und nicht Men­schen nicht-kon­sen­su­ell in Spie­le ein­zu­bin­den. Auch sehr inter­es­sant dazu:  
Die­ser Blog­bei­trag wur­de von Kumi ver­fasst. Kumi ist kör­per­po­si­ti­ve, dicke, Schwar­ze Sex­wor­ke­rin und Escort in Ham­burg — hier kannst du ihr auf Twit­ter fol­gen.