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2. Juni: Hurentag

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Aktionswoche 2026

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Berufsausbildung für Prostituierte — JA oder NEIN

Berufsausbildung für Prostituierte — JA oder NEIN

Berufsausbildung für Prostituierte — JA oder NEIN
Die­ser Bei­trag stammt von Johan­na Weber. Gele­gent­lich wird der Ruf nach einer Berufs­aus­bil­dung für Sex­ar­bei­ten­de laut. Die­ser Ruf kommt inter­es­san­ter­wei­se sel­ten von den betrof­fe­nen Kolleg*innen sel­ber, son­dern von gut­mei­nen­den Außen­ste­hen­den. Und grund­sätz­lich haben die­se ja auch Recht. Eine aner­kann­te Berufs­aus­bil­dung zum Beruf der/des Sex­dienst­leis­ten­den (oder wie auch immer die­ser Beruf dann zu nen­nen wäre) wür­de viel Nor­ma­li­tät in unse­re Tätig­keit brin­gen. Das Anse­hen unse­rer Bran­che wür­de sich sehr wahr­schein­lich ver­bes­sern, und somit wäre dies ein gro­ßer Bei­trag zur Ent­stig­ma­ti­sie­rung der Sexarbeit/Prostitution. Es darf auch davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass ein aner­kann­ter Berufs­ab­schluss das Selbst­wert­ge­fühl vie­ler Kolleg*innen erhö­hen wür­de. Auch wür­de wahr­schein­lich die Qua­li­tät unse­rer Arbeit stei­gen und damit auch die Prei­se — was für Ver­brau­cher schlecht wäre aber für die Sex­ar­bei­ten­den gut. So vie­le posi­ti­ve Argu­men­te. Und wie­so sehe ich das den­noch skep­tisch? Das eben skiz­zier­te Bild ist eine sehr gut­mensch­li­che Her­an­ge­hens­wei­se und ent­spricht lei­der in keins­ter Wei­se der Lebens­wirk­lich­keit in unse­rer Bran­che. Der Haupt-Ein­stiegs­grund in die Sex­ar­beit ist mone­tär. Es han­delt sich dabei nicht nur die übli­che Not­wen­dig­keit, dass man sei­nen Lebens­un­ter­halt durch Arbeit bestrei­tet, son­dern es han­delt sich sehr oft um die tota­le Plei­te, einen rie­sen­gro­ßen Schul­den­berg, und bei Migrant*innen oft um gro­ße wirt­schaft­li­che Not in den Hei­mat­län­dern. Aber man muss gar nicht über irgend­wel­che Län­der­gren­zen gehen, denn auch in Deutsch­land gibt es Not. Als allein­er­zie­hen­de Mut­ter ist es schon schwer die bei­den Kin­der mit Hartz4 durch­zu­brin­gen… Böse Stim­men wür­de jetzt sagen, dass Not als Ein­stiegs­kri­te­ri­um ja einer frei­en Ent­schei­dung im Wege steht und es sich somit um Zwangs­pro­sti­tu­ti­on han­delt. Das ist aber glück­li­cher­wei­se zu kurz gedacht. Vie­le Kolleg*innen, die in schwie­ri­gen finan­zi­el­len Lebens­la­gen sind, emp­fin­den es als befrei­end, end­lich die Schul­den­last zah­len zu kön­nen, end­lich den Kin­dern die Klas­sen­fahrt ermög­li­chen zu kön­nen, end­lich der schwer­kran­ken Mut­ter in der Hei­mat das Geld für Ope­ra­ti­on geben zu kön­nen oder ein­fach nur für sich selbst eine aus­kömm­li­che Per­spek­ti­ve zu haben und nicht mehr von der Hand in den Mund oder von einem Behör­den­schreib­tisch zum ande­ren leben zu müs­sen. Gera­de die­se sehr gro­ße Per­so­nen­grup­pe schlie­ßen wir mit dem Kon­zept „Berufs­aus­bil­dung“ aus, denn das Lehr­lings­ge­halt ist ja viel zu nied­rig um die oben genann­ten Bedürf­nis­se zu erfül­len. Dann gäbe es ja noch die Mög­lich­keit eine frei­wil­li­ge Aus­bil­dungs­mög­lich­keit ein­zu­rich­ten. Ich bin auch sehr hin und her geris­sen, ob dies nicht zwangs­läu­fig zu einem zwei Klas­sen-Sys­tem füh­ren muss. Die gut aus­ge­bil­de­te, wei­ße, deut­sche Pro­sti­tu­ier­te und die Migran­tin, die aus der Not her­aus für klei­nes Geld sich pro­sti­tu­iert…. Die Bild­zei­tung hät­te statt mei­ner Wor­te geschrie­ben: die ihren Kör­per ver­kauft… Gibt es da Bei­spie­le aus ande­ren Bran­chen? 
Nun, da fal­len mir die Jounalist*innen ein. Dort gibt es Leu­te mit Stu­di­um, Leu­te mit Volon­ta­ri­at und sol­che, die ein­fach schrei­ben. Wel­che Vor- und Nach­tei­le dies im Ein­zel­nen hat, weiß ich natür­lich nicht, und ich möch­te jetzt auch kei­ne Über­trag­bar­keits­stu­die auf unse­re Bran­che anstel­len. Aber man soll­te viel­leicht Mal in die­se Rich­tung den­ken. Ich träu­me von einem breit ange­leg­ten Fort­bil­dungs-Netz für Sex­ar­bei­ten­de aller Art. Mir schwebt da so etwas wie eine berufs­be­zo­ge­ne Volks­hoch­schu­le vor. Es darf dort nicht nur um Pro­fes­sio­na­li­sie­rung zur Domi­na oder Tan­tra-Mas­seu­rin gehen, son­dern eher um Opti­mie­rung des Arbeits­all­tags im Bor­dell, auf der Stra­ße, im Sexki­no, in der Bar, im Sau­na­club, usw. Das wird sicher noch lan­ge dau­ern, aber man­che Din­ge brau­chen eben auch Zeit.