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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Bunte Welt: Mein Bericht vom Vernetzungstreffen Trans*Aktiv

Bunte Welt: Mein Bericht vom Vernetzungstreffen Trans*Aktiv

Bunte Welt: Mein Bericht vom Vernetzungstreffen Trans*Aktiv
Ende Sep­tem­ber lud das Orga-Team von Trans*Aktiv zu einer bun­des­wei­ten Tagung mit dem The­ma „Mög­lich­kei­ten und Gren­zen einer Trans*Politik in Deutsch­land“ – eine Gele­gen­heit zum Netz­wer­ken, die ich mir nicht ent­ge­hen las­sen woll­te. Ich mach­te mich gemein­sam mit Cas­par Tate, der sich neben dem Berufs­ver­band für Trans*Sexworks enga­giert, auf den Weg zur Aka­de­mie Wald­schlöss­chen nach Göt­tin­gen. Leu­te, die Welt ist bunt und das Wald­schlöss­chen ist wirk­lich schön. Also, wenn man sich als IT-Beauf­trag­te ein­fach mal weg­denkt, dass es dort null Han­dy­emp­fang gibt. Ins­ge­samt waren um die vier­zig Teilnehmer*Innen vor Ort – nicht nur Men­schen die selbst trans* oder inter sind, son­dern auch allier­te Cis-Men­schen, die z.B. Eltern von trans*- oder inter­se­xu­el­len Kin­dern sind. Die Atmo­sphä­re war ein­fach schön, die Spra­che ange­nehm inklu­siv und es gab reich­li­che Ange­bo­te und The­men. Da dies mei­ne ers­te aber sicher­lich nicht die letz­te Teil­nah­me war, haben mich vor allem auch die Gesprä­che mit den Men­schen und ihre Geschich­ten inter­es­siert. Lei­der konn­te ich nicht an allen Work­shops teil­neh­men, aber nur, weil ich zusam­men mit Cas­par selbst einen gehal­ten habe! Natür­lich stieg am Ende die Tech­nik aus und wir konn­ten die Prä­se nicht zei­gen… Des­we­gen ver­öf­fent­li­che ich das mal hier: Prä­sen­ta­ti­on “Sex­ar­beit und Trans”. Alle Teil­neh­men­den enga­gie­ren sich an ver­schie­de­nen Orten und sind auf ver­schie­de­ne Arten für die Rech­te von Trans*- und Inter­men­schen aktiv — bera­ten, ver­tre­ten, ken­nen oder lie­ben sie. Mich hat anfangs ein wenig gewurmt, dass alle Ände­run­gen am Plan ein­stim­mig im Ple­num ver­ab­schie­det wer­den muss­ten. Basis­de­mo­kra­tie statt Mehr­heits­mei­nung war ange­sagt. Aber dann habe ich ver­stan­den, war­um dies hier sinn­voll ist. Wenn in einer Grup­pe nur die Lau­ten bestim­men, gehen lei­se­re Stim­men und Men­schen die lie­ber mal zuhö­ren schnell unter – und das kann nicht das Ziel sein. Wenn alle gehört und beach­tet wer­den, haben wir alle was davon. Natür­lich waren auch amt­li­che Rege­lun­gen für Trans*- und Inter­men­schen in Deutsch­land The­ma – die­se ermög­li­chen (oder ver­un­mög­li­chen) es in der Iden­ti­tät auf­zu­tre­ten, in wel­cher man sich wirk­lich wohl und nor­mal fühlt. Recht­lich ist es abso­lut ver­bind­lich, wenn ich einen Arbeits­ver­trag mit Sarah Blu­me unter­zeich­ne. Doch in amt­li­chen Doku­men­ten bin ich (noch) mit mei­ner männ­li­chen Exis­tenz ein­ge­tra­gen. Das gilt zum Bei­spiel für die Ren­ten­ver­si­che­rung, die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung oder den Ein­trag im Per­so­nen­stands­re­gis­ter. Seit 1998 bie­tet der Ergän­zungs­aus­weis der dgti e.V. Trans*- und Inter­men­schen die Mög­lich­keit, sich kor­rekt aus­zu­wei­sen. Das bewahrt bei einer all­ge­mei­nen Per­so­nen­kon­trol­le vor einem unfrei­wil­li­gem Outing. Der bun­des­wei­te Erlass der dahin­ter steht, gilt aller­dings nur für Behör­den – ich wür­de mir wün­schen, dass dar­aus eine auf die Pri­vat­wirt­schaft aus­ge­wei­te­te Ver­ord­nung wür­de. Dazu sei gesagt, dass seit mei­nem beruf­li­chen Outing Ende 2019 kei­ne mei­ner Arbeitgeber*Innen Pro­ble­me mit mei­ner weib­li­chen Exis­tenz hat­ten oder haben. Aber lei­der läuft das nicht immer so. Eine Ver­ord­nung wür­de jeden Betrieb ver­pflich­ten uns so anzu­neh­men, wie wir uns wohl und sicher füh­len. Wir hät­ten dadurch ein Stück Recht mehr gewon­nen — ohne dass es Cis-Men­schen auch nur im Min­des­ten scha­den wür­de. Wir wol­len nie­man­dem Rech­te strei­tig machen oder weg­neh­men, son­dern benö­ti­gen ein­fach eben­falls Rech­te. Und, gro­ße Über­ra­schung: Trotz der Ehe für Alle dür­fen erstaun­li­cher­wei­se auch Cis-Men­schen immer noch hei­ra­ten. Die meis­ten Trans*- und Inter­men­schen sind es lei­der gewohnt, im beruf­li­chen und/oder fami­liä­ren Umfeld mit Men­schen umge­hen zu müs­sen, die nicht wis­sen oder akzep­tie­ren wol­len, wo und wann eine Gren­ze über­schrit­ten wird. Beim Trans*Aktiv-Treffen ach­te­te hin­ge­gen jeder auf den ande­ren — allein das mach­te es für mich zu einer sehr ange­neh­men Ver­an­stal­tung. Klar gab es auch ein paar hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen, aber bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten gelang es eigent­lich immer sach­lich zu blei­ben. Wenn es doch mal per­sön­lich wur­de, reich­ten weni­ge Signa­le und wer über die Strän­ge geschla­gen hat­te, wuss­te sofort, was Sache war und nahm sich zurück. Amt­li­che Rege­lun­gen sind das eine — die Akzep­tanz von Trans*- und Inter­men­schen ist eine ganz ande­re Bau­stel­le. Ich habe nach mei­nem Coming-Out Blut geleckt und mich in die poli­ti­sche Arbeit gestürzt. Für den BesD sit­ze ich als Trans*-Vertretung am „Run­den Tisch Pro­sti­tu­ti­on“ in Köln. Ich habe mich als “Sach­kun­di­ge Ein­woh­ne­rin” in den Aus­schuss “Gesund­heit und Inklu­si­on” bewor­ben. Gera­de „quä­le“ ich mich durch die Nie­de­run­gen der Par­tei „Die Lin­ke“, um für die­sen gan­zen Zau­ber bes­tens ver­netzt und ver­tre­ten zu sein. Und wer weiß, viel­leicht lächelt mich mein Gesicht mal von einem Wahl­pla­kat an? Ich fin­de es extrem wich­tig, für die Rech­te von Trans*- und Inter­men­schen zu kämp­fen. Wir mögen zwar eine rela­ti­ve Min­der­heit in der Gesell­schaft sein, aber wir sind den­noch Teil der Gesell­schaft. Wir gehen arbei­ten, zah­len Steu­ern, hüten unse­re Brut. All­tag eben. Eini­ge Men­schen sagen zu uns, dass wir nicht nor­mal sei­en. Und nicht nur mei­ne Ant­wort dar­auf lau­tet: “Ja, ich bin nicht nor­mal, aber ich bin auf dem Weg dort­hin”.  
Die­ser Text stammt von der Köl­ner Sex­ar­bei­te­rin Sarah Blu­me, Trans*-Beirätin und IT-Beauf­trag­te beim BesD e.V. Mehr von ihr liest du auf ihrem Blog sarah-blume.de.