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Deutsche Aidshilfe unterstützt Forderung: Sexarbeit wieder zulassen – jetzt!

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Aus der Pres­se­mel­dung DAH | 29. Juli 2020 | –> Link
Auf­grund von Coro­na-Ver­ord­nun­gen dür­fen Sexarbeiter_innen in Deutsch­land zur­zeit nicht arbei­ten. Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten sind geschlos­sen. Wäh­rend ande­re kör­per­na­he Dienst­leis­tun­gen bereits wie­der mög­lich sind, gibt es für die Pro­sti­tu­ti­on bis­her so gut wie kei­ne Locke­run­gen. Die Deut­sche Aids­hil­fe for­dert: Sexarbeiter_innen müs­sen umge­hend wie­der ihrer Tätig­keit nach­ge­hen dür­fen – in Bor­del­len, mobil und auf der Stra­ße. Ent­spre­chen­de Hygie­ne­kon­zep­te lie­gen vor. Nach­bar­län­der wie Bel­gi­en, die Nie­der­lan­de, Öster­reich, die Schweiz und Tsche­chi­en haben die­sen Schritt bereits voll­zo­gen. „Sex­ar­beit darf nicht anders behan­delt wer­den als ande­re Tätig­kei­ten mit engem Kör­per­kon­takt. Der Gleich­heits­grund­satz gilt unab­hän­gig von mora­li­schen Bewer­tun­gen. Nie­mand hat dar­über zu urtei­len, ob für jemand ande­ren ein Fri­seur­be­such oder ein sexu­el­les Erleb­nis wich­ti­ger ist.“ (Ulf Kris­tal vom Vor­stand der Deut­schen Aids­hil­fe)

Sexarbeiter_innen in Not

Das aktu­el­le Tätig­keits­ver­bot bringt Sexarbeiter_innen in Not­la­gen. Vie­le sind ohne Ein­kom­men, nicht weni­ge auch ohne Wohn­raum oder Kran­ken­ver­si­che­rung. Pre­kä­re Lebens­si­tua­tio­nen und Abhän­gig­keits­ver­hält­nis­se wer­den ver­schärft. Kund_innen bleibt die sexu­el­le Dienst­leis­tung viel­fach ver­wehrt – was eine bedeu­ten­de Ein­schrän­kung ihrer Sexua­li­tät sein kann.

Verdrängung in unsichere Verhältnisse

Hin­zu kommt: Pro­sti­tu­ti­on fin­det trotz­dem statt. Vie­le Sexarbeiter_innen müs­sen arbei­ten, um ihr Über­le­ben zu sichern, weil staat­li­che Hil­fen für sie nicht zugäng­lich sind oder nicht aus­rei­chen. Und sexu­el­le Bedürf­nis­se las­sen sich nun ein­mal nicht ver­bie­ten. Die Fol­ge: Sex­ar­beit geschieht im Ver­bor­ge­nen, wo pro­fes­sio­nel­le Sicher­heits­maß­nah­men weg­fal­len und Prä­ven­ti­on und Hilfs­an­ge­bo­te die Betrof­fe­nen kaum errei­chen kön­nen. Die öko­no­mi­sche Not­la­ge schwächt zudem die Ver­hand­lungs­po­si­ti­on von Sexarbeiter_innen gegen­über ihren Kund_innen. Dum­ping­löh­ne kön­nen eben­so die Fol­ge sein wie der Ver­zicht auf Safer Sex. Dazu DAH-Vor­stand Ulf Kris­tal: „Die Ver­drän­gung in die Ille­ga­li­tät hat fata­le Fol­gen. Men­schen in der Sex­ar­beit brau­chen ein siche­res Arbeits­um­feld mit fai­ren Regeln und recht­li­cher Absi­che­rung. Sicher­heit lässt sich nur unter lega­len Bedin­gun­gen her­stel­len. Dort lässt sich auch Infek­ti­ons­schutz am bes­ten umset­zen. Gera­de jetzt, wo Infek­ti­ons­zah­len wie­der stei­gen, sind kla­re Spiel­re­geln wich­tig.“ Ent­spre­chen­de Hygie­ne­kon­zep­te zwei­er Ver­bän­de lie­gen vor. Im Kern basie­ren sie auf der For­mel: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unter­arm­län­ge Abstand zwi­schen Gesich­tern plus Safer Sex. Die Kon­zep­te zei­gen, dass sich Risi­ken auch bei der Sex­ar­beit redu­zie­ren las­sen. 100%ige Sicher­heit wird auch in ande­ren Bran­chen nicht gefor­dert und wäre ohne­hin illu­so­risch. „Es geht zur­zeit über­all dar­um, die Bedürf­nis­se nach All­tag und Sicher­heit so aus­zu­ba­lan­cie­ren, dass wir eine Wei­le mit der Kri­se leben kön­nen“, stellt Ulf Kris­tal fest. „Die­ses Recht haben Men­schen in der Sex­ar­beit und ihre Kund­schaft auch.“

Die Mär vom Superspreader

Poli­ti­sche Akteur_innen, die ein prin­zi­pi­el­les „Sexkauf­ver­bot“ in Deutsch­land erwir­ken wol­len, haben der­weil die Mär von Sexarbeiter_innen als „Super­sprea­dern“ in die Welt gesetzt. Das ist fach­lich falsch und stig­ma­ti­siert Men­schen in der Pro­sti­tu­ti­on. „Mas­sen­über­tra­gun­gen gab es in Deutsch­land bis­her durch aus­beu­te­ri­sche Arbeits­be­din­gun­gen, in beeng­ten Wohn­ver­hält­nis­sen und in Got­tes­diens­ten. Bei der Sex­ar­beit haben nur weni­ge Leu­te engen Kon­takt mit­ein­an­der. Und nir­gend­wo wird Sex mit so strik­ten Auf­la­gen prak­ti­ziert wie in pro­fes­sio­nel­len Bor­del­len,“ sagt DAH-Vor­stand Ulf Kris­tal. Kris­tal wei­ter: „Sexarbeiter_innen sind seit jeher Pro­fis, wenn es dar­um geht, sich vor Infek­tio­nen zu schüt­zen und dar­an gewöhnt, Safer Sex durch­zu­set­zen. Sie könn­ten viel­leicht sogar Vor­bil­der wer­den für einen unauf­ge­reg­ten und ver­nünf­ti­gen Umgang mit dem Coro­na-Risi­ko.“
Mehr Infor­ma­tio­nen: Posi­ti­ons­pa­pier der Deut­schen Aids­hil­fe: “Coro­na-Kri­se: Sex­ar­beit wie­der zulas­sen” Appell der Deut­schen Aids­hil­fe: “Sexarbeiter_innen brau­chen Hil­fe!”