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2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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Die juten Sitten: Goldene Zwanziger. Dreckige Wahrheiten — Eine Rezension

Die juten Sitten: Goldene Zwanziger. Dreckige Wahrheiten — Eine Rezension

Die juten Sitten: Goldene Zwanziger. Dreckige Wahrheiten — Eine Rezension
Die­ser Text stammt aus der Feder von Fabi­en­ne, akti­ve Sex­ar­bei­te­rin und Vor­stands­mit­glied des BesD.
Anna Base­ner, Autorin des gefei­er­ten Romans “Als die Omma den Huren noch Tau­ben­sup­pe koch­te”, hat es wie­der getan:  Mit ihrem Hör­spiel “Die juten Sit­ten” nimmt sie uns mit auf eine Zeit­rei­se in das wil­de Ber­lin der 20er Jah­re. Wir tref­fen Ani­ta Ber­ber, Magnus Hirsch­feld, bekom­men einen Geschmack der Epo­che. Ihre wah­ren Hel­din­nen sind jedoch vor allem die Frau­en, die sich in Ber­lins Halb­welt mit einem klei­nen Betrieb durch­schla­gen.
Prot­ago­nis­tin Hedi sitzt in den 50er Jah­ren im Todes­trakt eines Gefäng­nis­ses in Hol­ly­wood. Sie hat einen Mann umge­bracht, schein­bar ohne Grund, war­um, will sie nicht sagen. Aber dem Jour­na­lis­ten vor ihr will sie eine ande­re Geschich­te erzäh­len —   von ihrer Kind­heit in Ber­lin, von (Wahl-)Familie, den Tra­gö­di­en der Lie­be, des Lebens und der Lust. Hier könnt ihr mal rein­hö­ren: Zum Trai­ler von “Die juten Sit­ten” Base­ner schafft hier wie­der das, was vie­le ande­re Autor*innen nicht schaf­fen: Sie nimmt uns mit in den All­tag der Huren, ganz ohne Sen­sa­tio­na­lis­mus. Denn Hedi ist im Bor­dell auf­ge­wach­sen, in der “Rit­ze”, einem klei­nen, selb­stän­di­gem Betrieb in der Mulack­stras­se. Ihre Gross­mutter lei­te­te den Laden, und betrieb eine klei­ne Gast­stät­te. Im Ober­ge­schoss ver­mie­te­te sie Huren­stu­ben, unter ande­rem an Colet­te — “die schöns­te Hure Ber­lins” — und die Domi­na Nata­lia. Wir Hörer*innen wer­den ein­ge­la­den,  den Figu­ren in ihr “ver­ruch­tes” Trei­ben zu fol­gen. Und dann, ganz neben­bei, wer­den die Huren mensch­lich. Ihre Arbeit und Moti­va­tio­nen nach­voll­zieh­bar. Mora­li­sche Zei­ge­fin­ger sucht man in “Die juten Sit­ten” ver­geb­lich. Statt­des­sen gibt es gut recher­chier­te authen­ti­sche Ein­bli­cke in den  Huren­all­tag des his­to­ri­schen Ber­lins. Von der ers­ten Lega­li­sie­rung 1927, über poli­zei­li­che und behörd­li­che Kor­rup­ti­on bis hin zum her­zens­war­men Prag­ma­tis­mus der Huren. Ich wünsch­te mir, jede Autorin, die fik­tio­nal über Sex­ar­beit schreibt, wür­de sich ein gro­ßes Bei­spiel an Anna Basen­ers Arbeit neh­men: Ihre Figu­ren besit­zen Tie­fe, sind zwie­späl­tig, ent­wi­ckeln sich. Die tief­ge­hen­de Hin­ter­grund­re­cher­che setzt vor­ur­teils­frei den Rah­men für eine span­nen­de und  tief­sin­ni­ge Geschich­te (hier geht es zum Audi­ble-Hör­buch auf Ama­zon). Ich für mei­nen Teil neh­me mir ein Bei­spiel an Nata­li­as Trink­spruch und hebe mein Glas: “Auf die Frau­en!”