
FAKTEN Loverboys sind kein Massenphänomen Es gibt einen Täter und ein Opfer. Die ganze Sache ist sehr langfristig angelegt. Die Loverboy-Methode ist nicht legal Es handelt sich dabei um sogenannte dirigistische Zuhälterei, welche laut § 181a StGB unter Strafe steht. Was hilft nicht? Die Freierbestrafung ist keine Lösung Es ist davon auszugehen, dass es unter einem sogenannten Sexkaufverbot weniger Nachfrage nach erotischen Dienstleistungen gibt. Hier nun die Schlussfolgerung zu ziehen, dass sich das Geschäft dann für die „Zuhälter“ nicht mehr lohnen würde und diese somit von ihren kriminellen Machenschaften ablassen, ist realitätsfern. Das Gegenteil wird passieren. Die Loverboys werden in dem schon bestehenden Abhängigkeitsverhältnis den Druck erhöhen. Um den gewohnte Geldfluss aufrecht zu erhalten, wird die Frau länger und mehr arbeiten müssen und den Kunden (Freiern) gegen Aufpreis Praktiken anbieten müssen, die sie bisher abgelehnt hat. Sexarbeitende arbeiten im Untergrund Da Bordellbetriebe unter dem schwedischen Modell unmöglich oder verboten sind, arbeiten die Sexarbeitenden in Privatwohnungen, Hotels oder im Freien. Beratungsstellen aus Schweden beklagen, dass sie schwer Kontakt zu dem Sexarbeitenden aufbauen können, weil diese nur sehr aufwendig aufzufinden sind. So wird es für das geschulte Fachpersonal auch schwieriger Loverboy-Opfer zu erkennen. Was kann man dagegen tun? 1. Der BesD verweist hierzu an Experten, die sich nicht nur aus dem persönlichen Focus heraus mit der Thematik beschäftigt haben oder betroffen sind, sondern Forschungen und Umfragen dazu durchgeführt haben: kok Koordinierungskreis gegen Menschenhandel Wichtig ist dabei die strikte Trennung zwischen Menschenhandel und Sexarbeit, wie es in anderen Berufsgruppen auch vorgenommen wird. 2. Aufklärung in den Schulen. Eine Forderung des Berufsverbandes ist, dass speziell fortgebildete Sexarbeitende als Experten in den Schulen das Thema sexuelle Aufklärung übernehmen sollen. Dabei soll den Jugendlichen auch das Thema Loverboys nahe gebracht werden. Eine Zusammenarbeit mit Fachberatungsstellen ist dabei unabdingbar 2) Wichtig ist der Hinweis: Es ist nicht jedes Schulmädchen ein potentielles Opfer für Loverboys. Sehr gezielt wird von den Loverboys nach den passenden jungen Frauen gesucht. 3. Die Loveboy-Methode wirkt nicht nur bei jungen Frauen. Eine ausschließliche Fokuszierung der Präventionsarbeit auf „Schulmädchen“, führt bei allen älteren zu noch mehr Scham und die Hemmschwelle steigt Hilfseinrichtungen oder die Polizei zu kontakten. 4. In vielen osteuropäischen Ländern gibt es Aufklärungskampagnen an Schulen oder in der russischen Hauptstadt, Moskau, breit gestreute Plakataktionen, um über die Loverboy-Methode aufzuklären. Hier sollte länderübergreifend zusammengearbeitet und Erfahrungen ausgetauscht werden. ——————————————————— 1) Auszüge aus: Stellungnahme zur Vorlage 17⁄1796 im Rahmen der Öffentlichen Anhörung zur Entwicklung der sogenannten „Loverboy-Methode“ zur Erzwingung von Prostitution in Nordrhein-Westfalen https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenser…7–1676.pdf 2) Prostitution in Deutschland – Fachliche Betrachtung komplexer Herausforderungen (Link: http://www.stiftung-gssg.de/upload/Prost…Final.pdf) Seite 24 „Dort, wo Fachberatungsstellen spezifische Unterstützung und Prävention anbieten, kann die Zielgruppe erreicht werden. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen kommen über die aufsuchende Arbeit in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen oder werden durch andere Prostituierte auf diese aufmerksam gemacht. Auch die Kooperation mit Multiplikator_innen der Schulen und der offenen Jugendarbeit bewährt sich (Leopold/Grieger 2004). ————————————————————— HILFE Hilfetelefon Sexueller Missbrauch (bundesweit, kostenfrei und anonym): 0800 22 55 530 Save me online (für Jugendliche): www.save-me-online.de Juuuport (für Jugendliche):www.juuuport.de Make it safe (für Jugendliche): www.make-it-safe.net Jugend Support (für Jugendliche): www.jugend.support/ Bündnis gegen Cybermobbing: www.buendnis-gegen-cybermobbing.de Elterninitiative für Loverboy-Opfer: www.die-elterninitiative.de ———————————————————– LINKS Tipps für online recherchierende Sexarbeitende gegen Cybergrooming und Loverboys -> www.kaufmich.com/magazin/loverboys und cybergrooming Broschüre des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Seniorn, Frauen und Jugend) „Miteinander statt nebeneinander — Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“ -> https://www.bmfsfj.de/blob/129878/558a1d…l‑data.pdf




