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2. Juni: Hurentag

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Diskriminierung einer Sexarbeiterin beim Finanzamt

Diskriminierung einer Sexarbeiterin beim Finanzamt

Diskriminierung einer Sexarbeiterin beim Finanzamt
Die­ser Text stammt von Aya Velaz­quez und ist zuerst auf ihrem Twit­ter-Account erschie­nen. Post vom Finanz­amt Ich soll einen Fra­ge­bo­gen zu mei­ner Sex­ar­beit aus­fül­len. Ich habe Fra­gen dazu und rufe an. Habe das Akten­zei­chen noch nicht zuen­de auf­ge­sagt, da bricht am ande­ren Ende der Lei­tung schal­len­des Geläch­ter aus. Ich: Darf ich fra­gen, war­um Sie lachen? Herr X aus dem Finanz­amt: (kichert wei­ter) Ach, nur so. Ich: Nur so? Was mei­nen Sie damit? Herr X: (beru­higt sich lang­sam) Na, ich erin­ne­re mich noch an den “Fall”. Ich: Ach­ja? Was ist denn der “Fall”? Herr X: Uns im Finanz­amt XY war bis­lang nicht bekannt, dass Sie einem Pro­sti­tu­ti­ons­ge­wer­be nach­ge­hen. Das hat uns soeben erst das Finanz­amt YZ aus ihrem vori­gen Wohn­be­zirk mit­ge­teilt. Im Lau­fe des Gesprächs stellt sich her­aus, dass der offen­sicht­li­che Grund für die Belus­ti­gung von Herr X die Tat­sa­che ist, dass er mein­te, mich mit die­ser Info “über­führt” zu haben. Dass ich eigent­lich Pro­sti­tu­ier­te bin, und mein Start-Up nur ein Fei­gen­blatt. Ich erklä­re ihm, dass ich sowohl ein Start-up mit drei Mit­ar­bei­tern füh­re, als auch der Sex­ar­beit nach­ge­he. 2 Paar Schu­he also. So lang­sam wird es stil­ler am ande­ren Ende der Lei­tung. Herr X wirkt plötz­lich ein­ge­schüch­tert, und end­lich sach­lich. Nach­dem das Gespräch been­det ist, rufe ich in der Zen­tra­le des Finanz­amts an und las­se mich zum Vor­ge­setz­ten von Herrn X durch­stel­len. Die Anruf­wei­ter­lei­tung funk­tio­niert wie geschmiert. Nach nur drei Schalt­stel­len und fünf Minu­ten habe ich einen Ver­ant­wort­li­chen an der Strip­pe. Ich mel­de den Fall als Dis­kri­mi­nie­rung sei­tens eines Behör­den­mit­ar­bei­ters. Dies­mal ist die Stim­mung ernst. Ich füh­re an, dass es einen Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­pa­ra­gra­phen gibt und ich als Sex­ar­bei­te­rin einen sach­li­chen Umgang ver­dient habe. Es gibt ein #Recht auf Gleich­be­hand­lung. Es kann nicht sein, dass ich im Tele­fon­ge­spräch von einem Finanz­amt-Mit­ar­bei­ter aus­ge­lacht wer­de. Herr X’ Vor­ge­setz­ter gibt mir Recht und gibt zu, dass “so etwas” über­haupt nicht pas­sie­ren dür­fe. Was er nun tun sol­le? Ich sage ihm, mir sei wich­tig, dass Herr X das erklärt bekommt, und das #Finanz­amt sei­ne Mit­ar­bei­ter für den Umgang mit Min­der­hei­ten sen­si­bi­li­siert. Am nächs­ten Tag bekom­me ich einen Anruf von der Che­fin des Finanz­amts. Ihr Mit­ar­bei­ter, Herr X sei von selbst zu ihr gekom­men, sagt sie. Da sei ein Kun­den­kon­takt nicht opti­mal gelau­fen. Sie lässt sich den Fall noch ein­mal von mir schil­dern. Es wird ein lan­ges Gespräch. Frau XYZ wirkt ehr­lich betrof­fen. Sie meint, Pro­sti­tu­ti­on sei doch etwas “total Nor­ma­les” und sie hät­ten ganz ande­re Jobs in den Akten. Lachen am Tele­fon sei nicht akzep­ta­bel. Sie bit­tet mich im Namen von Herr X um Ent­schul­di­gung und will mit ihm reden. DAS ist groß! Am Ende wird es ein über 30-minü­ti­ges Gespräch über das grund­sätz­li­che Ver­hält­nis zwi­schen Finanz­amt und Bür­gern — dem Sou­ve­rän. Wir Steu­er­zah­ler sei­en die eigent­li­chen Arbeit­ge­ber des Finanz­amts, sage ich. Der Umgangs­ton des Finanz­amts spieg­le das unzu­rei­chend. Ich erzäh­le ihr, dass vie­le Men­schen das Finanz­amt als Bedro­hung emp­fän­den. Dass Brie­fe des Finanz­amts, sogar bei Leu­ten, die nichts ver­bro­chen haben und anstän­dig ihre Steu­ern bezah­len, oft Panik aus­lö­sen. Ob das denn wirk­lich so sein müs­se? Ob das Finanz­amt sich nicht mal von einer guten PR-Agen­tur bera­ten las­sen könn­te, um die gan­zen Schrei­ben ser­vice­ori­en­tiert umzu­for­mu­lie­ren? ——————————————————————————————————————– HIER fin­det ihr noch ein Inter­view von Aya dazu bei ze.tt HIER: Infos zu Steu­ern für Sex­ar­bei­ten­de