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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Erfolgreicher Protest: Sex Worker Action Group verhindert sexarbeitsfeindliche Veranstaltungen

Erfolgreicher Protest: Sex Worker Action Group verhindert sexarbeitsfeindliche Veranstaltungen

Erfolgreicher Protest: Sex Worker Action Group verhindert sexarbeitsfeindliche Veranstaltungen
Meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen von Sis­ters e.V., einem Ver­ein der sich mit aller Kraft für eine Kri­mi­na­li­sie­rung von Sex­ar­beit ein­setzt, erhiel­ten dank zahl­rei­cher Pro­tes­te von Sex­ar­bei­ten­den kei­ne Büh­ne am ursprüng­lich geplan­ten Ver­an­stal­tungs­ort. Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des im Pro­test feder­füh­ren­den Ber­li­ner Kol­lek­tivs SWAG (Sex Worker Action Group) stel­len wir hier ihren offe­nen Brief zur Ver­fü­gung. In die­sem wer­den aus­führ­lich die Kri­tik­punk­te an den geplan­ten Redner*innen und Ver­ei­nen samt Quel­len­an­ga­ben erklärt. Der Text wur­de unter ande­rem an den geplan­ten Ver­an­stal­tungs­ort, das Nach­bar­schafts­haus Urban­stra­ße e.V. gesen­det und führ­te letzt­end­lich zur Absa­ge der sex­ar­beits­feind­li­chen Ver­an­stal­tun­gen.
Datum: 27.08.2022 Betreff: Kei­ne Büh­ne für Sis­ters e.V. im Nach­bar­schafts­haus Urban­str. Sehr geehr­tes Team des Nach­bar­schafts­haus Urban­str. e.V., mit Ent­set­zen und Ent­täu­schung haben wir erfah­ren, dass der sog. Sis­ters e.V. meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen im August und Sep­tem­ber 2022 in ihren Räum­lich­kei­ten abhält. Dabei wol­len zahl­rei­che bekann­te selbst­er­klär­te “Prostitutionsgegner_innen”, ein­schließ­lich christ­li­cher Fundamentalist_innen, Rassist_innen und Trans­fein­de über Sex­ar­bei­ten­de hin­weg spre­chen und für wei­te­re Kri­mi­na­li­sie­run­gen von Sex­ar­beit wer­ben. Uns ist das Nach­bar­schafts­haus Urban­str. e.V. als ein Ort der Begeg­nung auf Augen­hö­he und des gegen­sei­ti­gen Respekts bekannt. Daher gehen wir davon aus, dass Ihnen die Per­so­nen und Absich­ten hin­ter dem Sis­ters e.V. und den Spre­chen­den nicht bekannt sind und möch­ten Sie vor einer Ver­ein­nah­mung war­nen. Der Sis­ters e.V. selbst ist eine Lob­by­grup­pe gegen Sex­ar­beit mit dem Ziel, Sex­ar­beit kom­plett zu ver­bie­ten und zu kri­mi­na­li­sie­ren. Dabei igno­rie­ren sie wil­lent­lich die For­de­run­gen von Sex­ar­bei­ten­den selbst sowie tat­säch­li­chen Expert_innen wie bspw. der Deut­schen Aids­hil­fe, Sex­ar­beit zu ent­kri­mi­na­li­sie­ren und Arbeits­rech­te fest­zu­le­gen. Der Sis­ters e.V. ori­en­tiert sich nicht an Fak­ten, son­dern betreibt eine auf  Vor­ur­tei­len, Stig­ma, Angst und Hass basier­te Lob­by­ar­beit um rech­te, mora­lis­ti­sche und auto­ri­tä­re Geset­ze durch­zu­set­zen. Dass dabei Ras­sis­mus und Migra­ti­ons­feind­lich­keit eine trei­ben­de Kraft sind, bezeugt eine Aus­sa­ge der Grün­de­rin und Vor­sit­zen­den Sabi­ne Cons­ta­bel: Als sie dar­auf hin­ge­wie­sen wur­de, dass das aktu­el­le Pro­sti­tu­ti­ons­ge­setz in Deutsch­land gera­de auch Migrant_innen in Gefahr brin­ge ant­wor­te­te sie kalt: “Gut, die [Migrant_innen] sol­len gar nicht erst hier­her kom­men.” (Quel­le). Eben­so Grün­de­rin und Vor­sit­zen­de des Ver­eins ist Mag­da­le­na “Leni” Brey­mai­er, wel­che auch bei Ihnen als Spre­che­rin ange­kün­digt ist. Sie hat sich über Jah­re hin­weg dafür ein­ge­setzt, dass Sex­ar­bei­ten­de sich nicht gewerk­schaft­lich orga­ni­sie­ren dür­fen und somit für ihre eige­nen Rech­te ein­tre­ten kön­nen. Dies zeigt, dass es dem Ver­ein nicht um die Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen von Sex­ar­bei­ten­den geht. Brey­mai­er hat außer­dem für Schlag­zei­len gesorgt, als sie 2021 gegen die Selbst­be­stim­mung von Trans*Menschen stimm­te und trans­feind­li­che Aus­sa­gen mach­te. (Quel­le 1, Quel­le 2) Der Sis­ters e.V. ist nicht nur Sex­ar­bei­ten­den selbst ein Dorn im Auge, er ist auch für sei­ne Trans­feind­lich­keit und sei­nen unter­schwel­li­gen aber durch­weg prä­sen­ten Ras­sis­mus bekannt. Die Lis­te der Redner_innen bei den Ver­an­stal­tun­gen in Ihren Räu­men geht noch wei­ter und öff­net wei­te­re Abgrün­de. Die Grup­pe FEMEN und ihre Ber­li­ner Spre­che­rin Kla­ra Mar­tens sehen (wie all die ande­ren Spre­chen­den bei die­sen Ver­an­stal­tun­gen) alle For­men von Sex­ar­beit als inher­ent gewalt­tä­tig. Damit bevor­mun­den sie Sex­ar­bei­ten­de und ver­hin­dern ein Vor­ge­hen gegen tat­säch­li­che Gewalt. FEMEN haben immer wie­der durch unre­flek­tier­te Aus­sa­gen auf sich auf­merk­sam gemacht. So haben sie Sex­ar­beit mit dem Holo­caust ver­gli­chen und die­sen damit rela­ti­viert. Vor allem nach den sexu­el­len Über­grif­fen in Köln 2015/2016 mach­te sich der Ver­ein FEMEN zuneh­mend durch (anti-mus­li­mi­schen) Ras­sis­mus bemerk­bar und bie­der­te sich in der deut­schen Rech­ten an. So behaup­te­te die Grün­de­rin Zana Rama­da­ni, dass eine Ursa­che für sexu­el­le Gewalt eine man­geln­de Inte­gra­ti­on von Geflüch­te­ten sei. Alex­an­dra Schewtschen­ko, eben­so Grün­de­rin von Femen, nennt das Tra­gen von Kopf­tü­chern im Islam eine “Reli­gi­ons­fol­ter” und “ver­gleich­bar mit einem “Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger”. Frau­en die ein sol­ches tra­gen wären “Skla­ven”(Quel­le). Zana Rama­da­ni ist auch Autorin in dem rechts­extre­men Blog “Ach­se des Guten” (Quel­le). Wie passt eine sol­che Grup­pe in das Nach­bar­schafts­haus Urban­str., wel­ches in Kreuz­berg in Zusam­men­ar­beit und Nach­bar­schaft mit einer alt­ein­ge­ses­se­nen mus­li­mi­schen Gemein­schaft exis­tiert und für gegen­sei­ti­gen Respekt wirbt? Ger­hard Schön­born ist Vor­stand und Grün­der des “Neu­start — Christ­li­che Lebens­hil­fe e.V.” sowie des “Gemein­sam gegen Men­schen­han­del e.V.”. Bei­des sind Ver­ei­ne mit dem Ziel der “Abschaf­fung der Pro­sti­tu­ti­on” mit christ­lich-fun­da­men­ta­lis­ti­schen Mit­glie­dern und Moti­va­tio­nen. Sex­ar­bei­te­rin­nen auf den Stra­ße Schö­ne­bergs berich­ten immer wie­der davon, dass sie von den “Street Workers” des Neu­start e.V. beläs­tigt und mis­sio­niert wer­den sol­len. Eine ver­meint­li­che Hil­fe durch den Ver­ein wird dar­an gebun­den, dass die Frau­en mit der Sex­ar­beit sofort auf­hö­ren und zum christ­li­chen Glau­ben keh­ren müs­sen. Doch ech­te Hil­fe wäre bedin­gungs­los! Es gibt auch Berich­te von Frau­en, die durch Begeg­nun­gen mit Neu­start e.V. trau­ma­ti­siert wur­den. Der Ver­ein ver­folgt ein ähn­li­ches Prin­zip wie der ver­bun­de­ne evan­ge­li­ka­le Ver­ein “Mis­si­on Free­dom”, wel­cher eben­so Teil des Netz­wer­kes “Gemein­sam gegen Men­schen­han­del e.V.” ist. Dabei sol­len betrof­fe­ne Frau­en in (ver­meint­li­cher) Not ange­spro­chen und unter Vor­wand der Hil­fe iso­liert wer­den — teils in ent­le­ge­nen Land­häu­sern. Dort wer­den sie einer Gehirn­wä­sche unter­zo­gen, zu Chris­ten bekehrt und dann als “Aus­stei­ge­rin” und Vor­zei­ge-Opfer für die eige­ne Agen­da miss­braucht (Quel­le ARD-Doku­men­ta­ti­on). Das LKA Ham­burg hat in der Ver­gan­gen­heit von einer Zusam­men­ar­beit mit dem Ver­ein abge­se­hen bzw. sogar gewarnt und auf­grund von Falsch­be­haup­tun­gen des Ver­eins ermit­telt. Der Neu­start e.V. rekru­tiert unbe­zahl­te Arbeits­kräf­te aus christ­li­chen Sek­ten wie dem “Ala­bas­ter Jar e.V.” Der Ver­ein “Gemein­sam gegen Men­schen­han­del e.V.” ist ein Netz­werk aus christ­lich-fun­da­men­ta­lis­ti­schen Grup­pen wie der “Heils­ar­mee”, “Crown Bridge”, “Deut­sche Evan­ge­li­sche Alli­anz”, “Bibel­ge­sell­schaft”, “Haus Got­tes e.V.” und selbst “Mis­si­on Free­dom e.V.”(Quel­le). Die Gemein­sam­keit ist die Aus­schlach­tung des emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen The­mas “Men­schen­han­del” mit dem Ziel, reli­giö­se und auto­ri­tä­re Poli­tik zu stär­ken und fun­da­men­ta­lis­ti­sche Wer­te in der Gesell­schaft zu ver­brei­ten. Die ver­meint­li­chen Aussteiger_innen aus der Sex­ar­beit sam­meln sich häu­fig in Grup­pen wie dem “Netz­werk Ella”, wel­ches mit oben genann­ten Grup­pen ver­bun­den ist und eben­so in Ihren Räum­lich­kei­ten auf­tre­ten soll. Die­se Grup­pen wer­den häu­fig als “Vor­zei­ge­op­fer” benutzt und sol­len dazu die­nen, ver­meint­lich Betrof­fe­ne zu Wort kom­men zu las­sen. Jedoch gibt es qua­si nie Bewei­se für die tat­säch­li­che Betrof­fen­heit. Manue­la Schon aus dem “Netz­werk Ella” ist auch Betrei­be­rin des trans­feind­li­chen Blogs “Die Stö­ren­frie­das” und vie­len bekannt als aggres­si­ve Befür­wor­te­rin der “Abschaf­fung von Pro­sti­tu­ti­on” und ver­schärf­ter Kri­mi­na­li­sie­rung. Seit Jah­ren wird von akti­ven Sex­ar­bei­ten­den kri­ti­siert, dass sie in den Dis­kus­sio­nen nicht zu Wort kom­men oder ihnen nicht zuge­hört wird. Tat­säch­lich for­dern Sex­ar­bei­ten­de welt­weit die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung und Fest­schrei­bung von (Arbeits- und Migrations-)Rechten. Von den “Prostitutionsgegner_innen” wer­den Sex­ar­bei­ten­de, die sich für ihre Rech­te aus­spre­chen, als “Zuhäl­ter­lob­by” ver­un­glimpft und mund­tot gemacht. Die “Prostitutionsgegner_innen” sind nicht an laut­star­ken Betrof­fe­nen inter­es­siert. Für ihre Poli­tik brau­chen sie stum­me und gesichts­lo­se Opfer, an deren Stel­le die Ver­ei­ne sich vor­ge­ben ein­zu­set­zen. Tat­säch­li­che Orga­ni­sa­ti­on von Sex­ar­bei­ten­den selbst, wel­che sich für die Rech­te und die Ver­bes­se­rung der Bedin­gun­gen von Sex­ar­beit ein­set­zen, sind u.A. allein in Ber­lin: * Sex Worker Action Group * Freie Arbeiter*innen Uni­on Ber­lin — Sex Worker Sec­tion * Black Sex Worker Coll­ec­ti­ve * Trans­SexWorks * Ber­lin Strip­per Coll­ec­ti­ve * Hydra e.V. Mit Sex­ar­bei­ten­den reden, anstatt über sie! Wir for­dern Sie drin­gend dazu auf, die Ver­an­stal­tun­gen des Sis­ters e.V. abzu­sa­gen! Die­se Ver­an­stal­tun­gen pas­sen nicht zu dem Pro­fil und den Zie­len des Nach­bar­schafts­haus Urban­str. und wir hof­fen, dass Sie nun bes­ser infor­miert sind und von einer wei­te­ren Zusam­men­ar­beit mit den Betei­lig­ten abse­hen. Geben Sie Ver­schwö­rungs­theo­rien, reli­giö­sem Fun­da­men­ta­lis­mus und Hass auf Sex­ar­bei­ten­de, Trans­Men­schen, Mus­li­men und Migrant_innen kei­ne Büh­ne! Laden Sie den Sis­ters e.V. jetzt aus! Wir bit­ten um eine schnellst­mög­li­che Ant­wort und Stel­lungs­nah­me.