Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Gedanken zum ON/OFF bei den Corona-Lockerungen in Rheinland-Pfalz

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Per­sön­li­cher Brief an die Lan­des­po­li­tik in Rhein­land-Pfalz von Vor­stands­mit­glied des BesD, Nico­le Schul­ze Ich schrei­be Ihnen heu­te mit drei Gefüh­len, möch­te Ihnen mei­ne Gedan­ken zur o. g. The­ma­tik mit­tei­len und habe wich­ti­ge Fra­gen an Sie. Mei­ne Gefüh­le sind Wut, Angst und Ent­täu­schung. Sie haben letz­te Woche Frei­tag durch die 9. Coro­na­ver­ord­nung in RLP mit­ge­teilt, dass die Pro­sti­tu­ti­on unter Auf­la­gen ab dem 10. Juni 2020 wie­der erlaubt sei. Die­se Nach­richt hat mich und vie­le Frau­en in RLP, die in die­sem Bereich selbst­be­stimmt ihren Lebens­un­ter­halt bestrei­ten, erfreut und erleich­tert. Gleich­zei­tig gab es einen ver­stärk­ten Aus­tausch von Betrei­bern, selb­stän­di­gen Dienst­leis­te­rin­nen, Wer­be­por­ta­len uva., um die Umset­zung des Neu­starts so kor­rekt wie nur mög­lich und im Ein­klang mit allen Vor­ga­ben zu bespre­chen. Die Not bei allen in die­ser Bran­che ist sehr groß. Sie selbst haben am Anfang der Kri­se Gel­der zur Ver­fü­gung gestellt um die­se Not zu lin­dern. Aber die­ses Geld ist nun längst auf­ge­braucht. Soll­te die Tä­tig­keit der Dienst­leis­te­rin­nen und die Öff­nung der Betrie­be wei­ter ver­bo­ten sein, benö­tigt es wei­te­re drin­gen­de Unter­stüt­zung. Damit mei­ne ich Hil­fen für die solo­selb­stän­di­gen Ein­zel­pro­sti­tu­ier­ten, aber auch die Unter­stüt­zung für Betriebs­stät­ten, denn die­se ermög­li­chen vie­len Frau­en eine Arbeits­stät­te. Ich ste­he mit allen Bera­tungs­stel­len in Rhein­land-Pfalz in Kon­takt und wir vom Berufs­ver­band unter­stüt­zen wei­ter über unse­ren Not­hil­fe­fonds, aber das ist nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein. Ich per­sön­lich bin davon über­zeugt, dass Sex­ar­bei­ter und Bor­dell­be­trei­ber unter hygie­ni­schen Bedin­gun­gen wie­der öff­nen kön­nen und soll­ten! Alle Argu­men­te, die in den letz­ten Tagen GEGEN eine Wie­der­eröff­nung des GESAMTEN Berei­ches gespro­chen haben, ent­beh­ren jeg­li­cher nach­weis­ba­rer Grund­la­gen, Prü­fun­gen, medi­zi­ni­scher Erhe­bun­gen oder ande­ren belast­ba­ren Fak­ten son­dern sind ledig­lich Annah­men ein­zel­ner! War­um beschäf­tigt sich kei­ner wirk­lich mit unse­rer Bran­che? War­um ermög­licht man uns nicht eine stu­fen­wei­se Öff­nung, so wie man das in ande­ren Berei­chen gemacht hat und stellt somit eine bes­se­re Beob­ach­tung der Ent­wick­lung sicher? War­um begrenzt man nicht die Arbeits­zei­ten oder die Zahl der Per­so­nen pro Qua­drat­me­ter, ähn­lich wie im Ein­zel­han­del? Im Üb­ri­gen sind unse­re Nach­barn in Ös­ter­reich und der Schweiz schon deut­lich wei­ter und erlau­ben die gesam­te Pro­sti­tu­ti­on ab 15. Juni bzw. 01. Juli wie­der, par­al­lel auch zur Öff­nung von Dis­ko­the­ken, Clubs usw. Die sexu­el­le Viel­falt in die­sem Bereich ist rie­sen­groß – den­noch fin­det kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung statt. Sie reden immer nur von den Bor­del­len und wer­fen damit gleich­zei­tig alle in einen Topf! Es gibt die Dienst­leis­ter wie zum Bei­spiel die unbe­rühr­ba­re Domi­na. Sie bie­tet kei­ne sexu­el­le Dienst­leis­tung MIT oder AN ihrem Kör­per an, ist immer beklei­det, hat weni­ger Kör­per­kon­takt als z. B. ein Mas­seur und arbei­tet wie vie­le ande­re auch unter höchs­ten Hygie­ne­stan­dards! War­um darf Sie nicht unter Auf­la­gen ihre Tä­tig­keit wie­der auf­neh­men? War­um darf eine Frau, die allei­ne in ihrer Woh­nung arbei­tet, kei­ne Kun­den emp­fan­gen? War­um darf eine Escort Frau kei­ne Ver­ab­re­dun­gen für Haus- oder Hotel­be­su­che ver­ein­ba­ren? Wo ist da der Unter­schied zwi­schen Online Dating Platt­for­men wie Tin­der, C‑Date u. ä.? Nur weil wir bezahlt wer­den? Bit­te beden­ken Sie, dass pro­fes­sio­nel­le Frau­en in die­sem Bereich viel acht­sa­mer sind was Hygie­ne und ihre eige­ne Gesund­heit angeht. Es ist heu­te nicht mehr so, wie Ihre Vor­stel­lung von Pro­sti­tu­ti­on noch immer zu sein scheint. Es gibt kei­nen Mas­sen­an­drang, bei dem sich unzäh­li­ge Män­ner über eine Frau her­ma­chen. Eine sexu­el­le Dienst­leis­tung ist in der Regel ein Tref­fen von zwei Per­so­nen, das in einer für in Zukunft gewoll­ten siche­ren Umge­bung statt­fin­det! Auch in Bor­del­len kann man eine Rege­lung tref­fen, dass ein Groß­bor­dell zum Bei­spiel anstatt mit 40 Frau­en mit 10 Frau­en star­tet. Ter­mi­ne wer­den direkt bei der Frau selbst gemacht und der Kun­de wird an der Tür von sei­ner aus­ge­wähl­ten Dame emp­fan­gen und kann nicht wie nor­mal durchs Haus lau­fen, sich an die Bar set­zen usw. Die Kon­takt­da­ten wer­den fest­ge­hal­ten. Ich kann Ihnen nur aus mei­ner per­sön­li­chen, lang­jäh­ri­gen und gut ver­netz­ten Erfah­rung mit­tei­len: —  Die Frau­en wol­len arbei­ten —  Die Frau­en wol­len Hygie­ne­maß­nah­men umset­zen —  Die Frau­en kön­nen die Kon­takt­da­ten auf­neh­men!!!! — Auch bei den Betrei­bern fin­det ein Umden­ken statt und es herrscht gro­ße Zustim­mung bei der Ein­hal­tung von Hygie­ne­re­geln. Alles ande­re wä­re doch geschäfts­schä­di­gend! Vor allem aber wol­len die Frau­en nicht mehr aus­ge­grenzt wer­den! Durch Ihre kurz­fris­ti­ge Ent­schei­dung, dass die Pro­sti­tu­ti­on jetzt doch nicht öff­nen darf, haben Sie eine wei­te­re Not­la­ge geschaf­fen: Obwohl das Geld bei vie­len bereits äu­ßert knapp war, haben Frau­en begon­nen, Wer­bung zu schal­ten, sich Bahn/Bustickets gekauft, sich neue Klei­dung zuge­legt uva, in der Hoff­nung ab dem 10.06. wie­der Geld ver­die­nen zu kön­nen. Betrei­ber und ande­re Betriebs­stät­ten haben alles in Bewe­gung gesetzt um pünkt­lich öff­nen zu kön­nen, ihre Ange­stell­ten aus der Kurz­ar­beit zurück­ge­holt, Hygie­ne­vor­sichts­maß­nah­men getrof­fen, Wer­bung geschal­tet, Ter­mi­ne mit unzäh­li­gen Frau­en koor­di­niert. Schä­men Sie sich nicht, einer Bran­che so eine Behand­lung zuzu­mu­ten? Was Sie damit gera­de errei­chen, ist ein ver­stärk­tes Gefühl und die Bestä­ti­gung der fort­lau­fen­den Dis­kri­mi­nie­rung und die Aberken­nung der Gleich­be­rech­ti­gung eines Berufs­stan­des! Vie­le Frau­en wer­den sich nun noch mehr im Stich gelas­sen füh­len und ihrer Arbeit im Ver­bor­ge­nen nach­ge­hen!! Das berei­tet mir Sor­ge. Ihre Begrün­dung, das Ord­nungs­amt sei nicht in der Lage Bor­del­le zu über­prü­fen und zu kon­trol­lie­ren? Ganz ehr­lich, Raz­zi­en und Kon­trol­len kön­nen Sie immer durch­füh­ren um zu prü­fen, ob Frau­en ange­mel­det sind oder nicht. Aber bei Coro­na geht das auf ein­mal nicht mehr? Dann stel­len Sie mehr Per­so­nal dafür ein. Das sind für mich kei­ne Argu­men­te eine gan­ze Bran­che lahm­zu­le­gen. Ich stel­le mich ger­ne zusam­men mit ande­ren Damen aus der Bran­che zu Ver­fü­gung um mit Ihnen gemein­sam einen Weg zu fin­den, wie die sexu­el­le Dienst­leis­tung unter Coro­na funk­tio­nie­ren kann und soll­te. Ich appel­lie­re an Sie: las­sen sie uns an einen Tisch set­zen um ver­nünf­ti­ge Ansät­ze und Lö­sun­gen fin­den. Mit freund­li­chen Grü­ßen, Nico­le Schul­ze