Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sicherheit von Sexarbeiter*innen am Straßenstrich

Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sicherheit von Sexarbeiter*innen am Straßenstrich

Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Sicherheit von Sexarbeiter*innen am Straßenstrich
Nico­le Schul­ze ist seit zwan­zig Jah­ren als Sex­ar­bei­te­rin tätig und arbei­tet im Bereich Stra­ßen­strich und Wohn­wa­gen. Als Bei­rä­tin der AG Stra­ßen-Sex­ar­beit und BesD-Vor­stän­din setzt sie sich für die Ver­bes­se­rung der Lebens- und Arbeits­um­stän­de von Sex­ar­bei­ten­den — ins­be­son­de­re auf Stra­ßen­stri­chen — ein. Auf­grund ihrer eige­nen Arbeit und ihrer inten­si­ven Beschäf­ti­gung mit dem The­ma kennt Nico­le Schul­ze posi­ti­ve wie nega­ti­ve Sei­ten des Arbeits­platz Stra­ße. Schon weni­ge prak­ti­sche Ver­bes­se­run­gen kön­nen wesent­lich dazu bei­tra­gen, die Sicher­heit und die Lebens­qua­li­tät von am Stra­ßen­strich täti­gen Sexarbeiter*innen zu stei­gern. Die Mitarbeiter*innen vom Frau­en­treff Olga aus der Kur­fürs­ten­stra­ße Ber­lin, von frei­Raum aus Essen, sub­way aus Ber­lin, die GSSG und eine Ver­trau­ens­po­li­zis­tin, die über 17 Jah­re auf dem Geest­e­mün­der Stra­ßen­strich im Dienst war, sind der Ansicht, dass Nico­le Schul­ze in den fol­gen­den Punk­ten auch ihrer Arbeits­er­fah­rung nach die wich­tigs­ten Anfor­de­run­gen für die Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen auf­zählt:
    • Ausreichende Beleuchtung, Parkmöglichkeiten

      Eine gut beleuch­te­te Stra­ße hilft mir dabei, mei­ne Kun­den gut zu sehen. So kann ich schnel­ler und bes­ser ent­schei­den, wie gepflegt er ist, ob er mir sym­pa­thisch ist, usw. Wenn es vie­le Park­mög­lich­kei­ten gibt, hilft mir das sehr dabei, das Anbah­nungs­ge­spräch in Ruhe füh­ren zu kön­nen. Auch das gibt mir wie­der mehr Zeit, mir ein Bild von mei­nem Kun­den zu machen und eine rich­ti­ge Ent­schei­dung zu tref­fen.
    • Geschwindigkeitsbegrenzung und Einbahnstraße

      So kann ich immer in einer Rich­tung sehen, wer auf mich zukommt. Kenn­zei­chen lesen und erken­nen zu kön­nen ist bei der Arbeit auf der Stra­ße auch wich­tig, vor allem wenn Kol­le­gin­nen zusam­men­ar­bei­ten und sich so gegen­sei­tig ein wenig schüt­zen kön­nen.
    • Waschmöglichkeiten, Toiletten, Mülleimer

      Müll­ei­mer sind gut, damit ich Abfäl­le direkt ent­sor­gen kann. Nie­mand geht ger­ne ins Gebüsch, eine ordent­li­che Toi­let­te wäre mir sehr wich­tig. Für mei­ne per­sön­li­che Hygie­ne wün­sche ich mir ein Dusch­ge­le­gen­heit, wo ich mich nach dem Ver­kehr waschen kann. Das tut nicht nur mei­nem Kör­per gut, son­dern auch mei­ner Psy­che, weil ich mich danach wie­der frisch füh­le.
    • Sitzmöglichkeiten

      Es wäre schön wenn uns ermög­licht wird, uns auch wäh­rend der Arbeits­zeit mal zu set­zen.
    • Rückzugsorte

      Einen Rück­zugs­ort zu haben ist sehr wich­tig. Dort kann ich Erleb­tes ver­ar­bei­ten oder auch nur einen Tee trin­ken und in Aus­tausch mit Kol­le­gin­nen kom­men. Ein­fach Abschal­ten für einen Moment. Am bes­ten direkt vor Ort und dann auch am bes­ten ein Wohl­fühl-Raum. Der hell ist und mir Sicher­heit bie­tet und Schutz. Anony­mi­tät ist dabei sehr wich­tig und soll­te nicht nur bei den Kun­den groß geschrie­ben wer­den son­dern auch bei den Sex­ar­bei­tern.
    • Verrichtungs-Orte

      Wir brau­chen Plät­ze wo wir sicher arbei­ten kön­nen. Gara­gen oder Boxen mit einem Not-Knopf. In Stadt­ge­bie­ten mehr Stun­den­ho­tels oder Video­ka­bi­nen. Der Platz soll­te nicht weit weg vom Stra­ßen­strich sein, damit mir in einer Not­la­ge auch direkt mei­ne Kol­le­gin­nen hel­fen kön­nen. Meist sind wir unter­ein­an­der die ers­ten Hel­fer vor Ort.
    • Nächtliche bzw. längere Öffnungszeiten in Anlaufstellen

      Lon­ne­ke Schmidt-Bink, Lei­te­rin des Frau­en­treff Olga auf der Ber­li­ner Kur­fürs­ten­stra­ße: “Rück­zugs­or­te soll­ten auch nachts bezie­hungs­wei­se wäh­rend den Arbeits­zei­ten geöffnet sein. Wir schlie­ßen zum Bei­spiel um 20:00 Uhr und nach unse­rer Street­work­run­de sind im Not­fall auf der Stra­ße kaum Ansprech­part­ne­rin­nen vor­han­den. Gemein­sam mit der Anlauf­stel­le Trans*sexworks haben wir über die Mög­lich­keit eines Nacht­ca­fés oder Info­points in den spä­ten Abend­stun­den gespro­chen. Für vie­le Frau­en sind Ver­rich­tungs­or­te ein wich­ti­ges The­ma für die Sicher­heit beim Arbei­ten. Die Mehr­heit wünscht sich mehr Stun­den­ho­tels, Ver­rich­tungs­bo­xen und, ganz spe­zi­fisch für die Kur­fürs­ten­stra­ße, dass das Ero­tik­ki­no LSD als Ver­rich­tungs­platz erhal­ten bleibt.”
    • Ankopplung an Infrastruktur

      Mai­ke van Ackern, Lei­te­rin der Bera­tungs­stel­le frei­Raum in Essen: “Wich­tig wäre noch, dass der Stra­ßen­strich an eine gute Infra­struk­tur ange­kop­pelt ist – nicht abge­le­gen in einem Gewer­be­ge­biet oder ähn­li­chem.