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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Neuer Lockdown — Coronahilfen versagen – viele Sexarbeitende in Not

Neuer Lockdown — Coronahilfen versagen – viele Sexarbeitende in Not

Neuer Lockdown — Coronahilfen versagen – viele Sexarbeitende in Not
Der erneu­te Lock­down trifft gera­de die am här­tes­ten, die auch zuvor schon täg­lich um ihre Exis­tenz gebangt haben. Gera­de die Sex­ar­beit ver­zeich­net eine sehr hohe Quo­te an Men­schen, die von der Hand in den Mund leben.

Die­sen Men­schen ist es bis­her gelun­gen, durch Sex­ar­beit für sich selbst zu sor­gen. Genau sie fal­len oft durch die Maschen des staat­li­chen Ver­sor­gungs-Net­zes durch.

Beim ers­ten Lock­down sprang der zu die­sem Anlass gegrün­de­te Not­hil­fe-Fonds des BesD1) ein. Über 150.000 Euro wur­den schnell und unbü­ro­kra­tisch an Bedürf­ti­ge aus­ge­zahlt. Der Topf ist nun leer, und so sind die betrof­fe­nen Per­so­nen gezwun­gen, ille­gal wei­ter zu arbei­ten. Der Sozi­al­dienst katho­li­scher Frau­en (SkF) bestä­tigt unse­re Sor­ge: “Wir wis­sen von unse­ren Mit­ar­bei­te­rin­nen, die Frau­en in der Pro­sti­tu­ti­on bera­ten und unter­stüt­zen: Die Schlie­ßung der Bor­dell­be­trie­be und das Ver­bot die­ser Tätig­keit in der Pan­de­mie ist für die meis­ten Pro­sti­tu­ier­ten eine Kata­stro­phe”, macht die SkF Bun­des­vor­sit­zen­de Hil­de­gard Eckert deut­lich. Die aktu­el­le Pres­se­mit­tei­lung2) des Sozi­al­diens­tes beschreibt auf sehr ein­dring­li­che Art die aktu­el­len Pro­ble­me in der Sex­ar­beit und bie­tet Lösungs­an­sät­ze.

Sex­ar­bei­ten­de mit Wohn­sitz in Deutsch­land und Steu­er­num­mer gel­ten als Solo­selbst­stän­di­ge und kön­nen genau wie ande­re Bran­chen nun Coro­na­hil­fen bean­tra­gen. Ein ers­ter Schritt in Rich­tung Nor­ma­li­tät für die Sex­ar­beits­bran­che, lei­der blei­ben dabei vie­le Kolleg*innen auf der Stre­cke.

Simo­ne Hene­ka (Bera­tungs­stel­le PINK, Frei­burg): „Für uns als Bera­tungs­stel­le ist die Arbeit durch das erneu­te Ver­bot fast unmög­lich gewor­den, weil sich alles ins „Pri­va­te“ ver­la­gert. Die Frau­en trau­en sich nicht mehr, Bera­tungs­stel­len auf­zu­su­chen.“

Sex­ar­bei­ten­de mit Migra­ti­ons­hin­ter­grün­den gehö­ren oft zu den vul­ner­ablen Grup­pen, die kei­ne Ansprü­che auf staat­li­che Hil­fen haben. Dies zeigt sich auch auf dem männ­li­chen Stra­ßen­strich in Essen. Seit dem Arbeits­ver­bot ist die Zahl der Män­ner sogar gestie­gen — so die Beob­ach­tun­gen der Bera­tungs­stel­le Nacht­fal­ke. Die Nach­fra­ge sinkt, und so muss man län­ger und öfter auf der Stra­ße ste­hen, weil kaum Ver­dienst mög­lich ist. San­dra Kamitz von Bufas (Bünd­nis der Fach­be­ra­tungs­stel­len für Sex­ar­bei­te­rin­nen und Sex­ar­bei­ter) sagt hier­zu: „Men­schen in pre­kä­ren Lebens­si­tua­tio­nen sind grund­sätz­lich sehr anpas­sungs­fä­hig und exis­tenz­be­dro­hen­de Aus­nah­me­si­tua­tio­nen zwin­gen die­se Men­schen oft­mals in kri­mi­nel­le Struk­tu­ren.“

Der Sozi­al­dienst katho­li­scher Frau­en bringt die Situa­ti­on per­fekt auf den Punkt: Die­se Situa­ti­on macht deut­lich, dass das aktu­ell wie­der dis­ku­tier­te “Sexkauf­ver­bot” kei­ne Alter­na­ti­ve ist. Ver­bo­te nut­zen weder Frau­en, die frei­wil­lig in der Pro­sti­tu­ti­on arbei­ten, noch denen, die Zwang und Gewalt aus­ge­lie­fert sind. Gera­de für die­se Grup­pe wür­de ein Sexkauf­ver­bot bedeu­ten, ille­gal und in größ­ter Unsi­cher­heit arbei­ten zu müs­sen.“2)

Auch der BesD weist drauf hin, dass das Arbeits­ver­bot durch Coro­na nicht von der Poli­tik miss­braucht wer­den darf, um durch die Hin­ter­tür ein Sexkauf­ver­bot ein­zu­füh­ren oder die kom­plet­te Bran­che zu ver­bie­ten.Es ist eine Schan­de, dass in der Poli­tik immer vom Schutz der „Pro­sti­tu­ier­ten“ gere­det wird, denn in einer wirk­lich pro­ble­ma­ti­schen Situa­ti­on wer­den genau die­se allei­ne gelas­sen,“ erbost sich Johan­na Weber, Finanz­vor­stand des BesD. So muss­te der Berufs­ver­band einen Not­hil­fe­fonds ein­rich­ten, was eigent­lich die Auf­ga­be des Staa­tes wäre. Unser Fonds ist auf Spen­den ange­wie­sen, und wir freu­en uns auch über staat­li­che Gel­der. Unser Ver­tei­lungs­ver­fah­ren hat sich sehr bewährt und erfolgt gemein­sam mit bun­des­wei­ten Bera­tungs­stel­len. Eine Auf­lis­tung der wei­te­ren For­de­run­gen des BesD fin­den sich hier -> https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/2020/11/11/sexarbeit-waehrend-corona-die-politischen-positionen-und-forderungen-des-berufsverbands/
1) Not­hil­fe­fonds des BesD — Wer bekommt Geld? Ver­tei­lungs­kri­te­ri­en? Hier spen­den -> https://berufsverband-sexarbeit.de/index.php/wissen/besdnotfallfonds/ 2) Pres­se­mit­tei­lung des SkF -> https://www.skf-zentrale.de/aktuelles/presse/sozialdienst-katholischer-frauen-spricht-sich-gegen-ein-prostitutionsverbot-aus–betroffene-frauen‑b