Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Offener Brief an die Redaktion der “Jungle World”

Offener Brief an die Redaktion der “Jungle World”

Offener Brief an die Redaktion der “Jungle World”
Lie­be Leu­te von der Jungle World! Wir haben mit ange­le­gent­li­chem Inter­es­se den Arti­kel “Im Auge des Shit­s­torms” von Till Ran­dolfs Ame­lung am 7.12.2017 in Ihrer Online-Aus­ga­be gele­sen. Herr Ame­lung macht es sich zur Auf­ga­be, in die­sem bün­di­gen Text gleich zwei dis­kri­mi­nier­ten Rand­grup­pen eins auf die Müt­ze zu geben — den Trans­frau­en (das sind Frau­en, denen die Natur einen Penis, und zwar einen eige­nen, samt Zube­hör geschenkt hat) einer­seits. Und and­rer­seits den Sexarbeiter*innen, die Herr Ame­lung nicht so nennt, er bevor­zugt den eher kon­ser­va­ti­ven Begriff “Pro­sti­tu­ier­te”. Im Namen der letz­te­ren wen­den wir uns als der ein­zi­ge Berufs­ver­band für ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen an die Redak­ti­on der Jungle World und an Herrn Ame­lung per­sön­lich. Die weit ver­brei­te­te Mei­nung, dass vie­le Pro­sti­tu­ier­te nicht selbst­be­stimmt und frei arbei­ten, ver­an­lasst ihn, uns den Ter­mi­nus “Arbeiter*innen” abzu­spre­chen. Till Ran­dolf Ame­lung sym­pa­thi­siert mit der aboli­tio­nis­ti­schen Bewe­gung inso­fern, als er ihre Begriff­lich­keit über­nimmt und ihre Kri­ti­ker kri­ti­siert. Das Kri­ti­sie­ren von Kri­ti­kern Drit­ter schreibt einem selbst nicht unbe­dingt eine kla­re Posi­ti­on zu. Herr Ame­lung nimmt wenn, dann indi­rekt Stel­lung. Dies wer­fen wir ihm nicht vor. Wohl aber, dass er ver­säumt zu kon­kre­ti­sie­ren, wen er mit den Kri­ti­kern der Radi­kal­fe­mi­nis­tin­nen, bzw. von “Ein­zel­per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen, die uner­müd­lich auf die offen­sicht­li­chen Pro­ble­me im Rot­licht­mi­lieu hin­wei­sen, etwa dass die­ses fest in der Hand kri­mi­nel­ler Ban­den von Men­schen­händ­lern ist” (Zitat Ame­lung), eigent­lich meint. Zitat Ame­lung: “Selbst­be­stim­mung ist jedoch für vie­le Pro­sti­tu­ier­te eine hoh­le Phra­se, denn der Groß­teil des hart ver­dien­ten Gel­des wan­dert in die Taschen von Bordell­betreibern, Zuhäl­tern und Men­schen­händ­lern. War­um die Gesetzmä­ßigkeiten des Kapi­ta­lis­mus aus­ge­rech­net die Pro­sti­tu­ti­on umge­hen und aus ihr einen rosa­ro­ten Pony­hof machen soll­ten, wie vie­le Que­er­fe­mi­nis­tin­nen offen­bar glau­ben, bleibt deren Geheim­nis.” — Auf wel­che Quel­len, wel­che The­sen bezieht er sich? Wer sind die Que­er­fe­mi­nis­tin­nen, die Ame­lung meint, und was haben sie gesagt, das ihn zu der Aus­sa­ge ver­an­lasst, sie wür­den die Pro­ble­me, die in ihrem Gewer­be exis­tie­ren, nicht sehen? Das Ver­säum­nis, dies ein­deu­tig zu benen­nen, stellt die gesam­te inter­na­tio­na­le Bewe­gung der Sexarbeiter*innen an den Pran­ger. Wir vom BesD e.V. ver­wah­ren uns gegen den Vor­wurf der Ver­harm­lo­sung von Miss­stän­den, Unter­drü­ckung und Gewalt im Kon­text der Sex­ar­beit. Die Ein­sicht in die­se Pro­ble­me, die auch gera­de durch Kri­mi­na­li­sie­rung des Gewer­bes, den Man­gel an guten Arbeits­be­din­gun­gen und Bera­tungs­stel­len und das Feh­len von gewerk­schaft­li­chen Struk­tu­ren ver­ur­sacht sind; und der Wil­le, die­sen abzu­hel­fen, ist ja gera­de das Anlie­gen des BesD e.V.! Im BesD e.V. gibt es kei­ne Betrei­ber oder Nutz­nie­ßer von aus­beu­te­ri­schen Struk­tu­ren, son­dern aus­schließ­lich akti­ve oder ehe­ma­li­ge Sexarbeiter*innen. Wir kämp­fen für ein (ja, tat­säch­lich immer noch viel zu sel­te­nes!) selbst­be­stimm­tes Arbei­ten und gegen Stig­ma­ti­sie­rung. Wir sind dafür, dass jede*r den Beruf der Sexarbeiter*in frei wäh­len kann, der/die sich dazu beru­fen fühlt. Wir sind für eine kla­re Abgren­zung der Sex­ar­beit von den kri­mi­nel­len Struk­tu­ren von Men­schen­han­del und Zuhäl­te­rei, die juris­tisch wei­ter­hin bekämpft wer­den müs­sen. Wir sind aus eige­ner Erfah­rung über­zeugt davon, dass die pau­scha­li­sie­ren­de Glei­chung von Sex­ar­beit = Skla­ve­rei oder Pro­sti­tu­ti­on = Ver­ge­wal­ti­gung falsch ist und nicht dazu ange­tan, die Miss­stän­de zu besei­ti­gen. Men­schen­han­del und Aus­beu­tung haben gesell­schaft­li­che Ursa­chen wie Armut, Bil­dungs­fer­ne und Migra­ti­on auf­grund von poli­ti­scher Ver­fol­gung und sexu­el­ler Dis­kri­mi­nie­rung in den Hei­mat­län­dern. Die­sen Ursa­chen ist nicht bei­zu­kom­men, indem man die Pro­sti­tu­ier­ten oder ihre Kun­den gesetz­lich ver­bie­tet. AG MEDIA BesD e.V.