Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Forschung

Hinweise für Forscher*innen

Wir freu­en uns über offe­ne, neu­gie­ri­ge Men­schen, die über unse­ren Arbeits­be­reich for­schen. In den letz­ten 30 Jah­ren wur­de immer mehr über die Sex­ar­beit geforscht und dabei häu­fig auch Sex­ar­bei­ten­de in die For­schung mit­ein­be­zo­gen.

Wir hören immer wie­der ger­ne von neu­en Pro­jek­ten und Stu­di­en, die einen auf­ge­schlos­se­nen und tole­ran­ten Blick auf unse­re Arbeits­welt wer­fen. Des­halb haben wir auf unse­rer Sei­te einen Bereich für For­schungs­in­ter­es­sier­te ein­ge­rich­tet, wo ein Ein­blick in die bis­he­ri­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen zum The­ma Sex­ar­beit gewon­nen wer­den kann.

Partizipative Forschung

Wir begrü­ßen einen par­ti­zi­pa­ti­ven For­schungs­an­satz, bei dem Sex­ar­bei­ten­de nicht nur beob­ach­tet und befragt wer­den, son­dern auch nach ihrem Feed­back zur For­schungs­ge­stal­tung bzw. zu Fra­ge­stel­lun­gen gefragt wer­den oder wenn For­schen­de im Rah­men der For­schung auch an Akti­vi­tä­ten im Zusam­men­hang mit der Sex­ar­beit oder der Sex­ar­beits­be­we­gung teil­neh­men.

For­schungs­vor­ha­ben kön­nen ger­ne an Nadi­ne, unse­re Ansprech­part­ne­rin für For­schung, geschickt wer­den:

Hin­weis zu par­ti­zi­pa­ti­ver For­schung: Unse­re Teil­nah­me an par­ti­zi­pa­ti­ven Pro­jek­ten hängt stark vom vor­ge­se­he­nen Zeit- und Leis­tungs­auf­wand des Pro­jek­tes ab. Bei Pro­jek­ten, für die eine lang­fris­ti­ge Teil­nah­me erwünscht ist, in der Sex­ar­bei­ten­de auch zur Durch­füh­rung der Daten­samm­lung bzw. ‑aus­wer­tung vor­ge­se­hen wer­den, bit­ten wir um ein aus­führ­li­ches Expo­sé min­des­tens 2 Mona­te vor dem gewünsch­ten Start des Pro­jek­tes, damit genug Mit­glie­der von uns ange­fragt und enga­giert wer­den kön­nen.

Gene­rell ver­lan­gen wir ein Expo­sé zum Pro­jekt, in dem der Umfang unse­rer Teil­nah­me vor­ge­stellt wird, damit wir unse­re Zeit und Kapa­zi­tät best­mög­lich ein­schät­zen kön­nen.

Themen, die für uns wichtig und interessant sind

  • Gesell­schaft­li­ches Stig­ma
  • Kund*innen
  • Pro­fes­sio­na­li­sie­rung in der Sex­ar­beit
  • Sexu­el­le Gesund­heit
  • Ero­tik in der Gesell­schaft
  • Sex­ar­beit im Ver­gleich zu ande­rer Arbeit
  • Kri­mi­na­li­sie­rung – ins­be­son­de­re das Schwe­di­sche Modell

Forschungsleitfaden

Wir hal­ten uns an die Hin­wei­se für Forscher*innen, Stu­die­ren­de, Journalist*innen und Künstler*innen, die selbst nicht in der Sex­ar­beit tätig sind, von Hydra und emp­feh­len allen For­schen­den aus­drück­lich, die­se vor Beginn der For­schung durch­zu­le­sen. Ein paar Punk­te möch­ten wir dazu noch beson­ders beto­nen:

Aufwandsentschädigung für Projektteilnahme

Je nach Auf­wand und Grö­ße des Pro­jek­tes bzw. Län­ge des Inter­views fin­den wir eine Auf­wands­ent­schä­di­gung ab 20 € ange­mes­sen für unse­re Zeit. Uns ist bewusst, dass For­schungs­gel­der, vor allem für jun­ge For­schen­de, nicht immer ver­füg­bar sind. Für grö­ße­re Pro­jek­te, für die For­schungs­gel­der bean­tragt wer­den kön­nen, hof­fen wir jedoch, dass unser Vor­schlag bei der Bean­tra­gung von För­der­mit­teln mit ein­kal­ku­liert wird.

Anonymität und Outing-Gefahr

Für Sex­ar­bei­ten­de, die nicht geoutet sind bzw. nicht öffent­lich über ihre Sex­ar­beit reden, ist es ein gro­ßer Schritt, an einer Stu­die teil­zu­neh­men. Daher wei­sen wir aus­drück­lich auf die Outing-Gefahr auch durch die For­schung hin, wenn Erken­nungs­merk­ma­le in Inter­view­tran­skrip­tio­nen oder in Feld­no­ti­zen nicht gründ­lich anony­mi­siert wer­den.

Auch Arbeits­or­te bzw. Städ­te soll­ten anony­mi­siert wer­den sowie die Nen­nung von spe­zi­el­len Dienst­leis­tun­gen, die auch in der Sex­ar­beit unüb­lich sind, da sol­che Details schnell zu einem unbe­ab­sich­tig­ten Outing füh­ren kön­nen. Um sicher­zu­ge­hen, dass die Anony­mi­tät der Teilnehmer*innen bei der Ver­öf­fent­li­chung der For­schung gewahrt wird, bit­ten wir dar­um, vor der Daten­aus­wer­tung alle Tran­skrip­tio­nen den Forschungsteilnehmer*innen zur Über­prü­fung zuzu­schi­cken.

Richtlinien für Forschungsethik

Oft gibt es Richt­li­ni­en für For­schungs­ethik, die von der Hoch­schu­le vor­ge­ge­ben wer­den. Wir freu­en uns, auch Ein­sicht in die­se zu bekom­men, bevor wir an der For­schung teil­neh­men.

Einverständniserklärung

Bevor das Inter­view statt­fin­det, hät­ten wir ger­ne eine münd­li­che oder schrift­li­che Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung über die Nut­zung der Ant­wor­ten, die Auf­be­wah­rung der Daten und ggf. die Ein­wil­li­gung zur Auf­nah­me des Gesprächs, um sicher­zu­ge­hen, dass die Absich­ten der For­schung für alle Betei­lig­ten klar sind.

Publikationen

Wenn wir in Publi­ka­tio­nen für unse­re Unter­stüt­zung bedankt bzw. genannt wer­den sol­len, darf das ger­ne unter dem Ver­bands­na­men gemacht wer­den. Falls Indi­vi­du­en genannt wer­den sol­len, emp­feh­len wir, die­se direkt zu fra­gen, ob und unter wel­chem Namen sie genannt wer­den dür­fen, um auch hier die Anony­mi­tät zu bewah­ren.

Vielfalt der Sexarbeit bedenken

Da eini­ge von uns im Berufs­ver­band offen über unse­re Arbeit spre­chen und in der Pres­se zu lesen sind, sind wir ger­ne bereit, unse­re Ansich­ten und Erfah­run­gen im Rah­men von For­schung bei­zu­tra­gen. Aller­dings sind unse­re Mit­glie­der nur ein Teil von vie­len Sex­ar­bei­ten­den, die in ver­schie­de­nen Berei­chen mit ver­schie­de­nen Moti­va­tio­nen und unter ver­schie­de­nen Umstän­den arbei­ten.

Außer­dem sind vie­le unse­rer Kolleg*innen nicht poli­ti­siert und haben daher oft einen ande­ren Bezug zu Sex­ar­beit als Mit­glie­der des BesD. Wir emp­feh­len des­halb For­schungs­in­ter­es­sier­ten auf der Suche nach Interviewpartner*innen, sich nicht nur an uns zu wen­den, son­dern auch an ande­ren Orten, online wie off­line, anzu­fra­gen, wo Sex­ar­bei­ten­de arbei­ten oder ihre Diens­te bewer­ben.

Eine mög­lichst hohe Viel­falt von Erfah­run­gen und Rea­li­tä­ten in unse­rer Bran­che berei­chert nicht nur die For­schung selbst, sie ist auch wich­tig, um durch die For­schung ein rea­lis­ti­sche­res Bild von Sex­ar­beit her­zu­stel­len.

Transparenz

Bei der Vor­stel­lung des Pro­jek­tes ist es uns auch wich­tig zu wis­sen, wofür die Ergeb­nis­se benutzt wer­den und in wel­cher Form sie ver­öf­fent­licht wer­den. Das kann ger­ne in der Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung ver­ein­bart wer­den.

Beson­ders bei Fra­ge­bö­gen freu­en wir uns auch über eine kur­ze Erläu­te­rung, war­um bestimm­te Fra­gen gestellt wer­den, vor allem bei stan­dar­di­sier­ten Fra­ge­bö­gen. Da es in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der For­schun­gen gab, die durch ihre Ergeb­nis­se lei­der nur die Schat­ten­sei­ten unse­rer Bran­che her­vor­ge­ho­ben haben, wol­len wir uns ver­ge­wis­sern, dass wir nicht an einer Stu­die teil­neh­men, die nega­ti­ve Ste­reo­ty­pe über unse­re Arbeit ver­fes­tigt.

Rückmeldung mit Ergebnissen

Nach Been­di­gung der For­schung freu­en wir uns natür­lich über die Zusen­dung der Ergeb­nis­se. Auch wir kön­nen aus der For­schung mehr über unse­re Arbeit ler­nen und neue Blick­win­kel gewin­nen. Die Abschluss­ar­beit bzw. der Maga­zin- oder Fach­ar­ti­kel oder eine sepa­ra­te Zusam­men­fas­sung der Ergeb­nis­se kann uns ger­ne geschickt wer­den.

Sammlung zu wissenschaftlicher Forschung über Sexarbeit und Prostitution