Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Prostituierte in Rheinland-Pfalz wieder bei Lockerungen vergessen: “Lasst uns endlich arbeiten!”

Prostituierte in Rheinland-Pfalz wieder bei Lockerungen vergessen: “Lasst uns endlich arbeiten!”

Prostituierte in Rheinland-Pfalz wieder bei Lockerungen vergessen: “Lasst uns endlich arbeiten!”
Trotz einer sin­ken­den Tages­in­zi­denz dür­fen Sexarbeiter*innen in Rhein­land-Pfalz ihre Arbeit nicht wie­der auf­neh­men. Auch Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten müs­sen ihre Tore geschlos­sen las­sen. Das ergibt sich aus der am 17. Juni ver­öf­fent­lich­ten Coro­na-Ver­ord­nung des Bun­des­lan­des. Die Not in der Bran­che ist groß — in einem offe­nen Brief wen­det sich unse­re Vor­stän­din Nico­le Schul­ze an die Ver­ant­wort­li­chen in Mainz und ihrer Hei­mat­stadt Trier. Sie for­dert ein Ende der Ungleich­be­hand­lung.
Lie­be Minis­ter­prä­si­den­tin Drey­er, Lie­ber Ober­bür­ger­meis­ter Lei­be, Lie­ber Sven Teu­ber! Trier ist eine wun­der­ba­re Stadt. Wir sind stolz auf unse­re Bekennt­nis­se zur Viel­falt, gera­de auch in Hin­blick auf den Umgang mit sexu­el­len The­men. Nicht nur unse­re Regen­bo­gen­flag­gen zei­gen, dass in Trier kein Platz ist für Homo­pho­bie, für Trans*feindlichkeit oder für sexua­li­sier­te Gewalt gegen Frau­en. Der poli­ti­sche Weg unse­rer Stadt, mar­gi­na­li­sier­ten Men­schen mit Aner­ken­nung und Wert­schät­zung zu begeg­nen, hat sich bewährt. Beim Umgang mit dem HIV-Virus, das vor 40 Jah­ren gro­ße Befürch­tun­gen mit sich brach­te, war Trier mit sei­ner akzep­tie­ren­den Arbeit weg­wei­send. Auch im Nach­hin­ein hat sich der Trie­rer Weg als der rich­ti­ge erwie­sen: Men­schen­rech­te-stär­kend und Scha­den min­dernd. Wir haben heu­te in Trier zum Bei­spiel das Schmitz Zen­trum, Aids­hil­fe Trier, Frau­en­not­ruf usw. Umso mehr bin ich bestürzt und fas­sungs­los, wie hier in mei­ner Hei­mat mit mei­nem Berufs­stand — mit Pro­sti­tu­ier­ten, umge­gan­gen wird.

Ich lese gerade die neue 23. Corona Verordnung, die heute am 17.06.21 veröffentlicht wurde. Über meine Berufsgruppe wird wieder geschwiegen und wir werden wieder ohne eine Perspektive weiter im Dunkeln gelassen.

Ihre Ent­schei­dung, die Sexu­el­len Dienst­leis­tun­gen im All­ge­mei­nen und die Bor­del­le wei­ter geschlos­sen zu hal­ten ist eine Ent­schei­dung, die ich bei der Inzi­denz­zahl nicht mehr nach­voll­zie­hen kann und möch­te. Die Tages­in­zi­denz für Trier liegt heu­te am 17.06.21 laut der Sei­te der Stadt Trier bei 7,2. Das dis­kri­mi­niert den Berufs­stand der sexu­el­len Dienst­leis­tung gegen jede ande­re Form der kör­per­na­hen Dienst­leis­tung, wie auch kürz­lich das OVG Nie­der­sach­sen fest­stell­te und dort die Sex­ar­beit bereits seit 08.06.21 wie­der mög­lich mach­te. Mit fol­gen­der Begrün­dung: „Es gibt kei­ne nach­voll­zieh­ba­ren sach­li­chen Grün­de, die eine wei­te­re Auf­recht­erhal­tung des umfas­sen­den und aus­nahms­lo­sen Ver­bots, gera­de und nur betref­fend die Aus­übung der Pro­sti­tu­ti­on und der Erbrin­gung von Dienst­leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit der Pro­sti­tu­ti­on recht­fer­ti­gen könn­ten…“. Eben­so haben die meis­ten Bun­des­län­der bereits die Sex­ar­beit, bzw. sexu­el­le Dienst­leis­tung wie­der erlaubt und auch Bor­del­l­öff­nun­gen zuge­las­sen. Ich fin­de es nicht in Ord­nung bei die­ser nied­ri­gen Zahl die Sex­ar­beit wei­ter­hin zu ver­bie­ten und damit nur die wach­sen­de Ille­ga­li­tät zu för­dern. Ich bin seit 2019 in der Öffent­lich­keit, kämp­fe für unse­re Rech­te, habe mich geoutet und wer­de von Ihnen nicht gehört.

Ich bitte daher Sie als Verantwortliche erneut: Öffnen Sie meine Branche — sexuelle Dienstleistungen im Allgemeinen und die Bordelle. 

Wir haben Hygiene Konzepte. Wir sind geimpft oder lassen uns testen. Wir wollen gehört werden. Wir wollen Gleichbehandlung. Wir wollen Rechte. Wir wollen arbeiten.

Die Not in unse­rer Bran­che ist groß und das wis­sen Sie auch. Ich ste­he Ihnen bei Fra­gen zur Ver­fü­gung. Mit freund­li­chen Grü­ßen, Nico­le Schul­ze Sex­ar­bei­te­rin und Vor­stands­vor­sit­zen­de des BesD e.V.