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2. Juni: Hurentag

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Aktionswoche 2026

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SPD Baden-Württemberg tickt anders — Podiumsdiskussion über Sexarbeit ohne Sexarbeitende

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Kom­men­tar der poli­ti­schen Spre­che­rin des BesD, Johan­na Weber Es war ein zähes Rin­gen unter dem die Bun­des-SPD das aktu­el­le Posi­ti­ons­pa­pier zu Pro­sti­tu­ti­on her­aus­brach­te. Es schließt mit den Wor­ten: „Ein Sexkauf­ver­bot leh­nen wir der­zeit ab.“ (1) Die­se Bot­schaft scheint die Genoss*innen in Baden-Würt­tem­berg nicht zu inter­es­sie­ren.  Die SPD in die­sem Bun­des­land lädt für Frei­tag, den 8. Okto­ber 2021 zu einer Anti-Pro­sti­tu­ti­ons­ver­an­stal­tung ein. „Kir­che und Poli­tik im Gespräch: Frei­heit und Ver­ant­wor­tung — Pro­sti­tu­ti­on im Fokus“ Dies auf der offi­zi­el­len Par­tei­web­sei­te -> https://www.spd-bw.de/ Unser Berufs­ver­band hält die­ses eigen­mäch­ti­ge Han­deln beim The­ma Sex­ar­beit für bedenk­lich. Wäh­rend für die stutt­gart­do­mi­nier­ten Retter*innen alle Sex­ar­bei­ten­de unter Zwang arbei­ten, gibt die Bun­des-SPD eine ande­re Rich­tung vor: „Zum Schutz der in der Pro­sti­tu­ti­on täti­gen Per­so­nen braucht es kla­re und durch­setz­ba­re Regeln. Für deren Aus­ge­stal­tung ist es von Bedeu­tung, ob eine Per­son frei­wil­lig der Pro­sti­tu­ti­on nach­geht, aus mehr oder weni­ger unfrei­wil­li­gen Grün­den sexu­el­le Hand­lun­gen gegen Geld anbie­tet oder ob eine Per­son Opfer von Zwangs­pro­sti­tu­ti­on ist.“ (1) Coro­na hat uns gelehrt, dass Bun­des­län­der bei kon­tro­ver­sen The­men ganz eige­ne Wege gehen. Dies tut beim The­ma Sex­ar­beit in Baden-Würt­tem­berg nicht nur die SPD, son­dern auch die Grü­nen. In par­tei­über­grei­fen­der Einig­keit wird im Schwa­ben­länd­le die Pro­sti­tu­ti­on als ein gro­ßes zu besei­ti­gen­des Übel gese­hen. Sex­ar­bei­ten­de sind Opfer — Kun­den die­ser Dienst­leis­tung sind Täter. Die ver­meint­li­che Lösung ist das „Nor­di­sche Modell“, wel­ches nicht nur unser Ver­band, son­dern auch die Bun­des-SPD als Sexkauf­ver­bot bezeich­nen. Es geht um eine straf­recht­lich sehr inter­es­san­te  Kon­struk­ti­on einer ein­sei­ti­ge Kri­mi­na­li­sie­rung. Sex­ar­bei­ten­de sel­ber dür­fen ihre Dienst­leis­tung anbie­ten, Kun­den jedoch machen sich straf­bar. Frü­her wur­de dafür der Begriff Frei­er­be­stra­fung ver­wen­det. Die Prostitutionsgegner*innen in Baden-Würt­tem­berg sind sehr gut ver­netzt. Es geht über die Lan­des- und Kom­mu­nal­po­li­tik, Gesund­heits­we­sen, Poli­zei, Bera­tungs­stel­len und Kir­chen. Sogar der pari­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band hat Zuwen­dun­gen für die von unse­rem Ver­band orga­ni­sier­te Sex­ar­beits-Kon­fe­renz in Stutt­gart abge­lehnt. Dies obwohl der Pari­tä­ti­sche sel­bi­ge Kon­fe­renz vor sechs Jah­ren in Ber­lin sehr wohl­wol­lend unter­stützt hat. Auf der nun statt­fin­den­den Ver­an­stal­tung soll es um Kir­che und Poli­tik gehen. Die Kir­che ist sich zum The­ma Pro­sti­tu­ti­on nicht einig. Maria Lohen­de von der Dia­ko­nie Deutsch­land sagt: “Ver­bo­te ver­hin­dern weder Pro­sti­tu­ti­on, noch däm­men sie ihre nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen ein. Wo tat­säch­lich Zwang und Gewalt eine Rol­le spie­len, bie­ten Ver­bo­te kei­nen Schutz. Für die Wirk­sam­keit des Nor­di­schen Modells gibt es kei­ne siche­ren Bele­ge. Statt­des­sen fin­det Pro­sti­tu­ti­on in der Ille­ga­li­tät statt. Ein Sexkauf­ver­bot erhöht das Risi­ko, aus­ge­beu­tet oder Opfer einer Gewalt­tat zu wer­den. Die Arbeits­be­din­gun­gen wür­den sich ver­schlech­tern und die Stig­ma­ti­sie­rung zuneh­men.” (2) Die genann­te Podi­ums­dis­kus­si­on erweckt den Ein­druck, man wol­le sich sach­lich mit dem The­ma „Pro­sti­tu­ti­on“ aus­ein­an­der­set­zen. Das „nor­di­sche Modell“ wird hier aber schon als Lösung vor­ge­ge­ben. Die angeb­li­che Dis­kus­si­on wird zu einer gegen­sei­ti­gen Bestä­ti­gung des eige­nen Welt­bil­des zu Pro­sti­tu­ti­on. Es geht nicht dar­um Sex­ar­bei­ten­den zu hel­fen, sie zu schüt­zen oder gar zu “ret­ten”. Geret­tet wer­den sol­len bür­ger­li­che und christ­li­che Wert­vor­stel­lun­gen. Unser Ver­band ist ger­ne bereit auch über kon­tro­ver­se Fra­ge­stel­lun­gen zu dis­ku­tie­ren, denn auch wir wis­sen, dass die Sex­ar­beit vie­le Pro­blem­stel­lun­gen auf­weist. Wer aller­dings die Pro­ble­me in der pre­kä­ren Sex­ar­beit ange­hen möch­te, muss einen sozi­al­po­li­ti­schen Dis­kurs füh­ren und kei­nen Straf­recht­li­chen. Auf die­ser Ver­an­stal­tung sind kei­ne Sex­ar­bei­ten­den als Exper­ten ein­ge­la­den. Es wird wie­der ein­mal ÜBER uns gere­det und nicht MIT uns. Eine Schan­de für die SPD   
(1) Posi­ti­ons­pa­pier der SPD Par­tei­vor­stand 16.11.2020 Titel: Mehr Schutz, Bera­tungs- und Aus­stiegs­hil­fen in der Pro­sti­tu­ti­on https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Beschluesse/Matrix_2021/SPD_Beschluss_Familienpolitik_Prostitution.pdf (2) Dia­ko­nie Deutsch­land für mehr Unter­stüt­zung statt Sexkauf­ver­bot! 5.10.2020 https://www.diakonie.de/pressemeldungen/diakonie-fuer-mehr-unterstuetzung-statt-sexkaufverbot