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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Workshop | Konto, Steuern + Finanzen

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Datum: 16.04.2026
Uhr­zeit: 19:00–20:30 Uhr (1 Std. 30 Min.)

Lets Talk Papier­kram: Als Sexarbeiter*in bist du Unternehmer*in – mit allem was dazu­ge­hört. Damit jede Trans­ak­ti­on für dich den sel­ben Mehr­wert hat wie für dei­ne Klient*innen, soll­te alles sau­ber abge­wi­ckelt sein. Aber was ist dabei wich­tig zu beach­ten? In die­sem …

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Stellungnahme des BesD zu den Anträgen der Fraktionen DIE GRÜNEN vom 13.01. und DIE LINKE vom 12.01.2016 zur Regulierung der Sexarbeit

Stellungnahme des BesD zu den Anträgen der Fraktionen DIE GRÜNEN vom 13.01. und DIE LINKE vom 12.01.2016 zur Regulierung der Sexarbeit

Ber­lin, 14.01.2016 Der Berufs­ver­band der Sexarbeiter_innen begrüßt die Tat­sa­che, dass es aus der Oppo­si­ti­on neue Impul­se gibt zur Dis­kus­si­on um eine Regu­lie­rung der Sex­ar­beit in Deutsch­land. Wir freu­en uns über die Unter­stüt­zung aus bei­den Par­tei­en in ihrer Ableh­nung der Pflicht­be­ra­tung und Zwangs­re­gis­trie­rung von Sexarbeiter_innen, die von der Koali­ti­on im Ent­wurf eines „Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes“ vor­ge­schla­gen wur­den. DIE GRÜNEN for­dern nun statt­des­sen eine Erlaub­nis­pflicht für Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten. Lei­der müs­sen wir ange­sichts der bereits vor­lie­gen­den Ent­wür­fe für sol­che Kon­zes­sio­nie­rung­mo­del­le, zuletzt eben­falls im Ent­wurf der Koali­ti­on, davon aus­ge­hen, dass auch eine rei­ne Erlaub­nis­pflicht für Bor­del­le uns als Sexarbeiter_innen mehr scha­det als nützt. Ein Gesetz, das als Instru­ment zur Ver­drän­gung und „Ein­däm­mung“ der Sex­ar­beit ver­wen­det wer­den kann, wird vie­ler­orts genau dazu miss­braucht wer­den, unse­re bestehen­de Infra­struk­tur zu ver­nich­ten und das Schaf­fen neu­er Arbeits­plät­ze unmög­lich zu machen. Dies wird uns stär­ker abhän­gig von den weni­gen ver­blei­ben­den Betreiber_innen machen, wie es zum Bei­spiel in den Nie­der­lan­den nach der Ein­füh­rung einer Bor­dell­kon­zes­sio­nie­rung gesche­hen ist, und wie wir es auch hier­zu­lan­de beob­ach­ten könn­nen, wo Sperr­be­zir­ke die Anzahl der Betrie­be künst­lich ver­knap­pen. Und wie wir dem Ent­wurf der Koali­ti­on ent­neh­men kön­nen, müs­sen wir davon aus­ge­hen, dass unse­re Daten selbst ohne eine indi­vi­du­el­le Anmel­de­pflicht ggf. über eine ent­spre­chen­de Auf­zeich­nungs- und Aus­kunfts­pflicht an die Behör­den wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Dies ist jetzt schon ohne Rechts­grund­la­ge dort an der Tages­ord­nung, wo die Poli­zei ihr anlass­un­ab­hän­gi­ges Kon­troll­recht dazu nutzt, Betreiber_innen unter Druck zu set­zen. Ins­ge­samt geht der Antrag der GRÜNEN lei­der ähn­lich wie der Ent­wurf der Koali­ti­on von einem pater­na­lis­ti­schen Schutz­ge­dan­ken aus, der Stig­ma­ti­sie­rung von Sexarbeiter_innen als unmün­di­ge Opfer wei­ter Vor­schub leis­tet. Der Antrag der Frak­ti­on DIE LINKE ist deut­lich bes­ser zu bewer­ten. Hier wer­den die all­ge­gen­wär­ti­ge Stig­ma­ti­sie­rung und die durch den Geset­zes­ent­wurf der Regie­rung geplan­ten Grund­rechts­ver­let­zun­gen the­ma­ti­siert und wirk­li­che Pro­ble­me, wie man­geln­de sozia­le Absi­che­rung vie­ler Selb­stän­di­ger, nicht nur in der Sex­ar­beit, benannt. Auch hier wird eine Erlaub­nis­pflicht für Betrie­be gefor­dert, bezüg­lich der wir die oben genann­ten Beden­ken haben – die­se aber immer­hin in Abstim­mung mit Berufs­ver­bän­den und Akti­ven aus der Bran­che. Der For­de­rung „Alle Maß­nah­men, die zur Regu­lie­rung der Bran­che ergrif­fen wer­den sind spe­zi­fisch dar­auf­hin zu prü­fen, dass sie der Stig­ma­ti­sie­rung von Sex­ar­bei­te­rin­nen und Sex­ar­bei­tern ent­ge­gen­wir­ken.“ schlie­ßen wir uns vor­be­halt­los an. Unse­re For­de­run­gen und Alter­na­ti­ven zu einem ent­stig­ma­ti­sie­ren­den, ent­kri­mi­na­li­sie­ren­den und somit men­schen­rechts­ba­sier­ten Ansatz zum Umgang mit der Sex­ar­beit blei­ben: Die Aner­ken­nung von Sex­ar­beit als Frei­be­ruf im Gewerbe‑, Steuer‑, und Bau­recht, die Anmel­de­pflicht für Bor­del­le nach §14 der Gewer­be­ord­nung (sowie die Pflicht für Gewer­be­äm­ter in allen Kom­mu­nen, sol­che Anmel­dun­gen ent­ge­gen­zu­neh­men) und, wie inzwi­schen auch von Amnes­ty Inter­na­tio­nal gefor­dert, eine voll­stän­di­ge Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der Sex­ar­beit, also das Strei­chen der die Sex­ar­beit betref­fen­den Son­der­pa­ra­gra­phen im Polizei‑, Straf- und Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ge­setz, allen vor­an Art. 297 EGStGB als Grund­la­ge der Sperr­be­zirks­ver­ord­nun­gen. Wei­ter­hin for­dern wir den flä­chen­de­cken­den Aus­bau frei­wil­li­ger, anony­mer, kos­ten­lo­ser und par­tei­li­cher Gesund­heits­be­ra­tung für alle Men­schen mit Risi­ko­ver­hal­ten, die Finan­zie­rung wei­te­rer Fach­be­ra­tungs­stel­len für Sexarbeiter_innen, den Aus­bau von fun­dier­ten Ange­bo­ten zur berufs­spe­zi­fi­schen Basis­be­ra­tung und Infor­ma­ti­on („Ein­stiegs­be­ra­tung“), geför­der­te Pro­gram­me zur Qua­li­fi­zie­rung bei Umori­en­tie­rung in ande­re Beru­fe, sowie bun­des­weit auf­su­chen­de, berufs­be­glei­ten­de Work­shops zur Pro­fes­sio­na­li­sie­rung in der Sex­ar­beit. Wir for­dern die Unter­stüt­zung berufs­stän­di­scher Selbst­ver­tre­tun­gen von Sex­ar­bei­ten­den, wirk­sa­me Maß­nah­men zur Ent­stig­ma­ti­sie­rung Anti-Dis­kri­mi­nie­rung von Sexarbeiter_innen und die Schu­lung von zustän­di­gen Beam­ten und Behör­den im Umgang mit der Sex­ar­beits­bran­che. In Soli­da­ri­tät mit Betrof­fe­nen von Aus­beu­tung und Men­schen­han­del in allen Bran­chen schlie­ßen wir uns den For­de­run­gen des KOK nach Rech­ten und par­tei­li­cher Bera­tung für Betrof­fe­ne an. Down­load-Links: Antrag DIE GRÜNEN Antrag DIE LINKE Vie­le wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Kon­takt zu Exper­ten gibt es beim Sex­ar­beits­kon­gress am 2.–4. März 2016 in Ham­burg — sexarbeits-kongress.de