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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Stellungnahme des BesD zur Pressemitteilung der CDU/CSU vom 18.06.2015 zum geplanten „Prostituiertenschutzgesetz“

Stellungnahme des BesD zur Pressemitteilung der CDU/CSU vom 18.06.2015 zum geplanten „Prostituiertenschutzgesetz“

Stellungnahme des BesD zur Pressemitteilung der CDU/CSU vom 18.06.2015 zum geplanten „Prostituiertenschutzgesetz“
BERLIN, 29.06.2015 LINK zur Pres­se­mit­tei­lung der CDU: https://www.cducsu.de/presse/pressemitteilungen/das-prostituiertenschutzgesetz-kommt In der Pres­se­mit­tei­lung der Uni­on “Das Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz kommt” wird der Ein­druck ver­mit­telt, es hand­le sich bei den geplan­ten Maß­nah­men um eine Wohl­tat für die Men­schen in der Sex­ar­beit und die CDU/CSU mei­ne es im Gegen­satz zu ande­ren Par­tei­en ernst damit, der ver­meint­lich ufer­lo­sen Aus­beu­tung in der Sex­ar­beits­bran­che Ein­halt zu gebie­ten. Fremd­be­stim­mung vs. Selbst­ver­wirk­li­chung? Doch den Christ­de­mo­kra­ten geht es nicht um Arbeits­aus­beu­tung, son­dern um „Fremd­be­stim­mung“, die sich laut deren Wor­ten nicht mit der Menschwür­de ver­ein­ba­ren lässt. Und um Berufs­ver­bän­de und Inter­es­sens­ver­tre­tun­gen von Sex­ar­bei­ten­den gleich mund­tot zu machen, wird hin­zu­ge­fügt, dass dies doch sicher auch die „selbst­be­stimmt“ arbei­ten­den Pro­sti­tu­ier­ten ein­räu­men müss­ten. Das neue Gesetz sei nicht für sie gemacht, son­dern für die­je­ni­gen, die „fremd­be­stimmt“ die­se Arbeit aus­üben. Eine Begriffs­de­fi­ni­ti­on wird aller­dings nicht vor­ge­nom­men und wir fra­gen uns, wo denn die „Fremd­be­stim­mung“ anfängt. Ist die Tat­sa­che, das jeder Mensch arbei­ten gehen muss, um Geld zu ver­die­nen, schon eine Form von Fremd­be­stim­mung? Oder gilt dies nur, wenn die­se Per­son der Sex­ar­beit nach­geht? Auch wir ken­nen Kolleg_innen, die ger­ne eine ande­re Tätig­keit aus­üben wür­den, wenn sie denn die Mög­lich­keit dazu hät­ten. Kon­zep­te, die hier anset­zen, und die rea­lis­ti­sche Per­spek­ti­ven zum Bei­spiel auch für Migrant_innen in Deutsch­land bie­ten, fin­den wir in kei­ner Zei­le des CDU-Papiers. Es geht nicht dar­um, irgend­wem wirk­lich zu hel­fen, son­dern um die Besei­ti­gung der soge­nann­ten „Armut­s­pro­sti­tu­ti­on“ durch Ver­bo­te. War es nicht die CSU, die vor andert­halb Jah­ren auf ihrem Par­tei­tag in Wild­bad Kreuth beim The­ma Ein­wan­de­rung aus Bul­ga­ri­en und Rumä­ni­en ver­kün­de­te: “Wer betrügt, der fliegt”? Übri­gens: Bezo­gen auf die in der Sex­ar­beit täti­gen Frau­en spielt die Uni­on sich vor­geb­lich zum Ret­ter auf. Män­ner und Tran­se­xu­el­le, die durch­aus auch und nicht immer glück­lich in der Sex­ar­beit tätig sind, wer­den von der CDU aus­ge­blen­det. Der Mann in der Opfer­rol­le paßt wohl nicht zum wert­kon­ser­va­ti­ven Welt­bild. Wer schützt wen wovor? Bereits der Titel „Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz“ impli­ziert, dass Sexarbeiter_innen pau­schal als schüt­zens­wer­te Opfer ange­se­hen wer­den. Unter dem Deck­man­tel des „Schut­zes“, wer­den wir, und zwar wir alle in der Bran­che Täti­gen, mit unwür­di­gen Zwangs­maß­nah­men noch wei­ter stig­ma­ti­siert, kon­trol­liert und über­wacht. Unse­re Grund­rech­te wie die Unver­letz­lich­keit der Woh­nung sol­len ein­ge­schränkt wer­den. Es geht um Abschre­ckung und das Schaf­fen von wei­te­ren Vor­wän­den zur Ein­däm­mung der Pro­sti­tu­ti­on. Anmel­de­pflicht Der Begriff „Anmel­de­pflicht“ führt oft zu Miss­ver­ständ­nis­sen, denn es geht dabei nicht um die in Deutsch­land bereits für alle Men­schen bestehen­de Pflicht, sich beim Ein­woh­ner­mel­de­amt anzu­mel­den, oder um die Anmel­dung einer beruf­li­chen Tätig­keit beim Gewer­be- oder Finanz­amt. Es geht um eine Son­der­re­gis­trie­rung für Pro­sti­tu­ier­te bei einer nicht näher bestimm­ten „zustän­di­gen Behör­de“. Die CDU denkt dabei an „Huren­kar­tei­en“ bei der Poli­zei. Auch das angeb­lich zu unse­rem Bes­ten. Wir, die Betrof­fe­nen, sehen dar­in aller­dings viel­mehr eine Gefahr, denn auf­grund der bestehen­den gesell­schaft­li­chen Stig­ma­ti­sie­rung ist für die meis­ten von uns nach wie vor ein Dop­pel­le­ben der wirk­sams­te Schutz. Der „Huren­pass“ käme einem Zwangs­ou­ting gleich, unter ande­rem wür­de die Mög­lich­keit eines Tätig­keits­wech­sels mas­siv erschwert. Wir gehen davon aus, dass sich vie­le Kolleg_innen aus Angst vor den Fol­gen der Stig­ma­ti­sie­rung nicht der Mel­de­pflicht unter­zie­hen und somit ille­gal arbei­ten wer­den. Bezo­gen auf Men­schen­han­del zur sexu­el­len Aus­beu­tung zei­gen die Erfah­run­gen mit der Regis­trie­rungs­pflicht von Sex­ar­bei­ten­den in Wien, dass eine Anmel­dung kei­ner­lei Hin­der­nis dar­stellt. Die dor­ti­gen Betrof­fe­nen sind und waren nahe­zu alle ord­nungs­ge­mäß regis­triert. Die Anfor­de­run­gen der EU an ech­ten Opfer­schutz wer­den jedoch bis dato nicht umge­setzt! No bad who­res, just bad laws. Eine not­wen­di­ge sach­li­che Her­an­ge­hens­wei­se an die­ses viel­schich­ti­ge The­ma blieb bei der CDU/CSU bereits von Anfang an auf der Stre­cke. Wo ach­tet die Uni­on unse­re Men­schen­wür­de? Wer schützt uns vor sol­chen Poli­ti­kern?   Down­load als PDF
Wei­ter­füh­ren­de Links und Stel­lung­nah­men Offer­ner Brief an die Bun­des­kanz­le­rin vom Dt.Frauenrat, Dt.Juristiennenbund, Deut­scher Aids­hil­fe, Dia­ko­nie Deutsch­land: → http://www.frauenrat.de/fileadmin/user_upload/presse/pressemitteilungen/2015/150127_Offener_Brief-ProstSchG.pdf Bünd­nis der Fach­be­ra­tungs­stel­len für Sex­ar­bei­te­rin­nen und Sex­ar­bei­ter e.V.: Stel­lung­nah­me zum „Eck­punk­te­pa­pier eines Geset­zes zum Schutz der in der Pro­sti­tu­ti­on Täti­gen (Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz, Pro­st­SchG)“ → http://bufas.net/DOKUMENTE/StellungnahmeEckpunkteProstG.pdf Deut­scher Frau­en­rat: Regis­trie­rungs­ge­bot ille­ga­li­siert Sex­ar­bei­te­rIn­nen → http://www.frauenrat.de/deutsch/infopool/nachrichten/informationdetail/article/kondompflicht-aber-keine-mindestaltersgrenze.html Juris­tin, Ulri­ke Lembke: Das „Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz“ kommt – die Heu­che­lei geht wei­ter → http://ddrm.de/2015/05/20/datenschuetzer-unterstuetzen-den-protest-gegen-das-geplante-prostituiertenschutzgesetz/ Dona Car­men e.V.: 1 Pres­se­mit­tei­lung – 7 Lügen: Eini­gung der Bun­des­re­gie­rung auf Kos­ten von Sexarbeiter/innen → http://www.donacarmen.de/1‑pressemitteilung-7-luegen-einigung-der-bundesregierung-auf-kosten-von-sexarbeiterinnen/ Kon­takt: Pres­se Undi­ne de Riviè­re 01520 — 485 09 09 www.berufsverband-sexarbeit.de Poli­tik Johan­na Weber 0151 – 1751 9771