Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Stellungnahme zur Anhörung des BMFSFJ

Stellungnahme zur Anhörung des BMFSFJ

Am 12.06.2014 fin­det im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend (BMFSFJ) eine Anhö­rung zum The­ma “Regu­lie­rung der Pro­sti­tu­ti­on” statt. Als der Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen (BesD e.V.) davon aus der Pres­se erfuhr, bat er sofort dar­um, als Sach­ver­stän­di­ge ange­hört zu wer­den. Wir wur­den dar­auf­hin von Frau Minis­te­rin Schwe­sig ein­ge­la­den, bei der Anhö­rung zu spre­chen. Im Vor­feld wur­de uns und eini­gen ande­ren Ver­ei­nen und Ein­zel­per­so­nen ein sehr umfang­rei­cher Fra­ge­bo­gen des Fami­li­en­mi­nis­te­ri­ums zur Beant­wor­tung zuge­schickt. Down­load: Stel­lung­nah­me des BesD e.V. [PDF, 192,8 kB] Da die Anhö­rung selbst nicht öffent­lich ist, wir die Öffent­lich­keit aber den­noch über unse­re Ansich­ten und For­de­run­gen in Hin­blick auf die Regu­lie­rung­wün­sche unse­res Berufs­fel­des infor­mie­ren möch­ten, haben wir uns ent­schie­den, unse­re Stel­lung­nah­me im Vor­feld auf unse­rer Web­sei­te zu ver­öf­fent­li­chen. Das PDF steht nun hier zum Down­load bereit. Wir gehen dort aus­führ­lich auf unse­re Ideen und Zie­le ein.

Kurzer Überblick

Die Haupt­zie­le des BesD e.V. sind die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der Sex­ar­beit und ihre beruf­li­che Aner­ken­nung, womit wir glei­che Berufs­rech­te mei­nen. Dar­über steht der Wunsch, durch Gleich­be­rech­ti­gung zu einer Ent­stig­ma­ti­sie­rung unse­rer Bran­che und zur Selbst­stär­kung der Kolleg_innen bei­zu­tra­gen. Ihnen soll ein von Dis­kri­mi­nie­rung frei­es Leben sowie Zugang zu fai­ren Arbeits­be­din­gun­gen, Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten und sozia­ler Sicher­heit ermög­licht wer­den. In unse­rer Stel­lung­nah­me gehen wir aus­führ­lich auf unse­re For­de­run­gen zum Straf­recht (StGB und EGStGB) ein. Denn anders als alle ande­ren lega­len, durch Art. 12 GG geschütz­ten Beru­fe wird Sex­ar­beit heu­te noch immer vor­nehm­lich durch das Straf­recht und nicht etwa das Pro­sti­tu­ti­ons­ge­setz oder all­ge­mei­nes Berufs­recht regu­liert. Wir bezie­hen uns auf die Ein­zel­nor­men zu Aus­beu­tung, Zuhäl­te­rei und Men­schen­han­del sowie das Ver­bot der Pro­sti­tu­ti­on, durch das sich Sperr­ge­biets­ver­ord­nun­gen auf Lan­des­ebe­ne legi­ti­mie­ren. Eben­so wur­den wir zu unse­ren Ansich­ten zum Gewer­be­recht (GewO), ins­be­son­de­re zur Bor­dell-Kon­zes­sio­nie­rung und Regis­trie­rungs­pflicht für Sex­dienst­leis­ten­de befragt. Wir spre­chen über die Viel­falt unse­rer Arbeits­stät­ten sowie über Arbeits­stan­dards, Rechts­un­si­cher­heit und Behör­den­will­kür. Wir gehen auf unser Recht auf sexu­el­le Selbst­be­stim­mung, Wei­sungs­be­fug­nis­se von Arbeit­ge­bern und das für unse­ren Berufs­stand gel­ten­de Wer­be­ver­bot ein. Wir berüh­ren die The­men Daten­schutz und Schutz der Pri­vat­sphä­re Sex­dienst­leis­ten­der, die vor dem Hin­ter­grund von Zwangs­ou­tings und Pro­sti­tu­ier­ten­kar­tei­en eine gro­ße Rol­le für uns spie­len. In den Kar­tei­en wer­den die bei Poli­zei-Raz­zi­en erho­be­nen per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten gespei­chert — unklar ist, wie lan­ge, zu wel­chem Zweck und auf wel­cher Rechts­grund­la­ge. Dies führt uns auch zu einer gene­rel­len Betrach­tung des Poli­zei­rechts auf Lan­des- und Bun­des­ebe­ne. Unter dem Stich­punkt “Gesund­heit” wur­den wir zu Maß­nah­men wie dem Kon­dom­zwang und Zwangs­un­ter­su­chun­gen befragt. Wir schlie­ßen uns hier den Mei­nun­gen der Fach­leu­te an, die Prä­ven­ti­on durch Auf­klä­rung (IfSG) der Prä­ven­ti­on durch Zwang vor­zie­hen. Die­ses Vor­ge­hen hat nach­weis­lich grö­ße­re Erfol­ge erzielt. Wir gehen außer­dem auf die unschö­nen Metho­den ein, mit denen die Lan­des­po­li­zei Bay­ern die dort bereits gel­ten­de Kon­dom­pflicht kon­trol­liert. Abschlie­ßend spre­chen wir uns für eine gene­rel­le Ver­bes­se­rung der frei­wil­li­gen Bera­tungs- und Hilfs­an­ge­bo­te für Sex­dienst­leis­ten­de, bzw. für eine siche­re Finan­zie­rung der exis­tie­ren­den Ange­bo­te aus. Eine Berufs­be­ra­tung, die uns als Men­schen und Erwerbs­tä­ti­ge ernst nimmt, darf nicht beim The­ma “Aus­stieg” enden. Wir benö­ti­gen Ein­stiegs­be­ra­tung und Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te, anony­me Gesund­heits­vor­sor­ge, Rechts- und Steu­er­be­ra­tung, Hil­fe bei Woh­nungs­su­che und Migra­ti­ons­wün­schen. Ver­mit­te­ler soll­ten in jedem Fal­le Men­schen mit einer akzep­tie­ren­den Hal­tung gegen­über Sexarbeiter_innen sein. Da vie­le Sex­dienst­leis­ten­de kei­ne deut­schen Staats­bür­ger sind, soll­ten die­se Ange­bo­te unbe­dingt mehr­spra­chig sein. Sex­dienst­leis­ten­de soll­ten ein­be­zo­gen und die Bil­dung von Berufs­ver­bän­den, Gewerk­schaf­ten und Kam­mern soll­te im Sin­ne der Selbst­stär­kung geför­dert wer­den.