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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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TAMPEP fordert Schutz für migrantische Sexarbeiter*innen in der Corona-Krise

TAMPEP fordert Schutz für migrantische Sexarbeiter*innen in der Corona-Krise

TAMPEP fordert Schutz für migrantische Sexarbeiter*innen in der Corona-Krise
Das Euro­päi­sche Netz­werk für die Rech­te und Gesund­heit Migran­ti­scher Sexarbeiter*innen (TAMPEP) ist in höchs­ter Alarm­be­reit­schaft. Die Pan­de­mie ist für alle besorg­nis­er­re­gend — doch für migran­ti­sche Sexarbeiter*innen und Sex­ar­bei­te­rin­nen im All­ge­mei­nen sind deren Aus­wir­kun­gen bereits jetzt kata­stro­phal. Migrant*innen und bereits von Armut betrof­fe­nen Men­schen in der Sex­ar­beit haben trotz der jet­zi­gen Kri­se nach wie vor vor nur man­gel­haf­ten Zugriff auf öffent­li­che und staat­li­che Mit­tel und Schutz­maß­nah­men. Ihnen droht vie­ler­orts der Ver­lust ihrer Exis­tenz­grund­la­ge und Obdach­lo­sig­keit, außer­dem herrscht eine berech­tig­te Angst vor der Durch­set­zung von Ein­wan­de­rungs­be­stim­mun­gen.  Es ist wich­tig, wei­ter­hin die Struk­tu­ren in Fra­ge zu stel­len, die migran­ti­schen Sexarbeiter*innen den Zugang zu finan­zi­el­ler, gesund­heit­li­cher und sozia­ler Unter­stüt­zung — die ande­ren zur Ver­fü­gung steht — ver­weh­ren. Im Licht der Coro­na-Kri­se ruft TAMPEP Regie­run­gen in ganz Euro­pa dazu auf,  fol­gen­den drin­gen­den Maß­nah­men für den Schutz migran­ti­scher Per­so­nen nach zu kom­men:
  • Gewährleistung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung

-  die Aufhebung aller anfallenden Gebühren betreffend der Gesundheitsversorgung
-  die sofortige Aussetzung des Datenaustausches mit Einwanderungsbehörden und anderen Strafverfolgungsbehörden
-  eine öffentliche Informationskampagne, die vermittelt, dass Gesundheitsleistungen für alle Migrant*innen und alle potentiell kriminalisierten Communities verfügbar und sicher zugänglich sind
  • Gewährleistung des Zugangs zu allen wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen

- Aussetzung von Rechtsklauseln, die migrantischen Personen den Zugriff auf öffentliche Mittel, z.B. für Obdachlosenhilfe oder die Zuweisung von Sozialwohnungen verwehren ( No Recourse to Public Funds, NRPF)
-  Fachliche Unterstützung sowie Zugang zu medizinischen Dienstleistungen und Tests für in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachte Personen, darunter viele migrantische und Wander-Sexarbeiter*innen, die aufgrund der Schließung ihrer Arbeitsplätze obdachlos geworden sind
-  Gewährleistung, dass niemand der versucht, Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und Gesundheitsversorgung zu erhalten, für die Ausübung kriminalisierter Arbeit bestraft wird
  • Verlängerung oder Anpassung von Aufenthaltsbestimmungen und Visa

-  Gewährleistung, dass niemand aufgrund von Selbstisolation oder Reisebeschränkungen wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht bestraft wird
-  Freilassung aller Personen, die derzeit aufgrund von Einwanderungsverboten inhaftiert sind — dies verringert außerdem das Risiko, dass COVID-19 in die Haftanstalten gelangt und vermeidbare Schäden verursacht
  • Sicherstellung, dass alle Personen, die auf Einkommen aus der Sexarbeit angewiesen sind, in finanzielle Nothilfemaßnahmen mit einbezogen werden — unabhängig von den jeweiligen Sexarbeit betreffenden Gesetzen.


Die Zusam­men­ar­beit von Sex­wor­ker-Orga­ni­sa­tio­nen, Aktivist*innen, Ver­bün­de­ten und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen im Kampf gegen das Coro­na-Virus, sehen wir als ein wich­ti­ges Zei­chen der Wider­stands­fä­hig­keit und Ver­bun­den­heit unse­rer Com­mu­ni­ty in Kri­sen­si­tua­tio­nen. Es ist eben­so wich­tig, dass wei­ter­hin über die natio­na­len und inter­na­tio­na­len Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie auf Sexarbeiter*innen, sowie die Unter­stüt­zungs­be­mü­hun­gen der von Sexarbeiter*innen gelei­te­ten Orga­ni­sa­tio­nen berich­tet wird. Gera­de jetzt hängt das Über­le­ben vie­ler Men­schen von unse­rer Fähig­keit ab, die­je­ni­gen unter uns zu schüt­zen, die Schutz am nötigs­ten haben. Mit einem gleich­be­rech­tig­ten Zugang für alle zu öffent­li­cher und staat­li­cher Unter­stüt­zung kön­nen wir die Aus­wir­kun­gen von COVID-19 gemein­sam ver­rin­gern.  Mehr denn je ist es daher jetzt an der Zeit, uns zusam­men zu schlie­ßen und den For­de­run­gen nach dem Schutz von Migrant*innen und migran­ti­schen Sexarbeiter*innen Nach­druck zu ver­lei­hen.
Quel­le: Migrants Sex Workers Rights in Light of Coro­na­vi­rus (20.03.2020)