Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Unterstützung und Netzwerk für Stripper*innen: Alles rund um das neue Berlin Strippers Collective

Unterstützung und Netzwerk für Stripper*innen: Alles rund um das neue Berlin Strippers Collective

Unterstützung und Netzwerk für Stripper*innen: Alles rund um das neue Berlin Strippers Collective

Wer sind wir?

Wir sind eine Grup­pe von Tänzer*innen, die neben- oder haupt­be­ruf­lich im Bereich ero­ti­sche Dienst­leis­tung tätig sind und unse­ren Haupt­ar­beits- und Wohn­sitz in Ber­lin haben. Mit dem BSC wol­len wir ein Unter­stüt­zungs­netz­werk für Stripper*innen auf­bau­en und den Aus­tausch unter Kolleg*innen för­dern. Bis­her sind die meis­ten von uns Migrant*innen, die schon in ver­schie­de­nen euro­päi­schen Städ­ten gear­bei­tet haben. Bei der Grün­dung des BSC haben wir uns vom Erfolg des –> East Lon­don Strip­pers Coll­ec­ti­ve inspi­rie­ren las­sen — übri­gens tei­len wir auch ein Grün­dungs­mit­glied mit den eng­li­schen Kolleg*innen.

Warum haben wir uns zusammengeschlossen?

Die per­sön­li­chen Hin­ter­grün­de, die Kolleg*innen in die­sem Bereich mit­brin­gen, sind viel­fäl­tig: Da gibt es die Stu­den­tin aus Süd­deutsch­land, die ihre fri­vo­le Sei­te aus­le­ben und dabei ihre Rech­nun­gen zah­len möch­te. Da ist die Künst­le­rin aus Aus­tra­li­en, die sich durch das Strip­pen ihren Frei­raum für ande­re Pro­jek­te finan­ziert. Die Ur-Ber­li­ne­rin, die unter der Woche eine Aus­bil­dung als Büro­kauf­frau macht und am Wochen­en­de im Strip­club arbei­tet, um ihr Ein­kom­men auf­zu­sto­cken. Die jun­ge Mut­ter aus Rumä­ni­en, die jeden Monat ihre Ein­nah­men nach Hau­se schickt, um ihre Fami­lie zu unter­stüt­zen. Wir sind alle unter­schied­lich, doch wir haben auch viel gemein­sam: Als Sexarbeiter*innen wer­den wir ger­ne von der Gesell­schaft über­se­hen oder von den Medi­en in schlech­tem Licht dar­ge­stellt. Vie­le von uns müs­sen ihre Arbeit im pri­va­ten Umfeld ver­ste­cken. Lei­der ist der Aus­tausch unter den Tänzer*innen in der Ber­li­ner Strip­tease-Sze­ne bis­her gering. Mit dem BSC wol­len wir das ändern! Jeder und jedem von uns kann das Gefühl von Gemein­schaft, Soli­da­ri­tät und Unter­stüt­zung unter­ein­an­der hel­fen. Indem wir uns aus­tau­schen und zusam­men hal­ten, kön­nen wir unse­re Stim­me in der Gesell­schaft hör­bar machen und für die Ver­bes­se­rung unse­rer Arbeits­be­din­gun­gen und die Akzep­tanz von Men­schen aus der Sex- und Ero­tik­ar­beit kämp­fen.

Was sind unsere Ziele?

  • Eine Ver­bes­se­rung der Arbeits­be­din­gun­gen in Strip­clubs und Tab­le­dance­bars
  • Akzep­tanz und Ent­stig­ma­ti­sie­rung unse­rer Tätig­kei­ten
  • Die Aner­ken­nung von Strip­tease — nicht nur als Arbeit, son­dern auch als Kunst!
  • eine stär­ke­re Ver­net­zung unter­ein­an­der: z.B. für Erfah­rungs­aus­tausch, Dis­kus­si­on von Arbeits­wei­sen, Aus­tausch über zusätz­li­che oder unab­hän­gi­ge Ein­kom­mens­quel­len, hilf­rei­che Tipps & Tricks für Einsteiger*innen usw.
  • gemein­sa­me Aktio­nen und Tref­fen
  • eine Platt­form für Unter­stüt­zung und hilf­rei­che Ange­bo­te für Stripper*innen

Erste Initiativen des BSC

  • Life Dra­wing Ses­si­ons / Mal-Aben­de 
Seit sei­ner Grün­dung ver­an­stal­tet das BSC regel­mä­ßi­ge “Life Dra­wing Ses­si­ons”, Mal-Gele­gen­hei­ten der beson­de­ren Art für Künstler*innen und alle, die ger­ne Men­schen live zeich­nen. Ob wir im klas­si­schen Strip­club oder im que­er-femi­nis­ti­schen Nacht­club waren — das Echo auf die Akti­on war jedes Mal extrem posi­tiv. Ein BSC-Mit­glied tanzt dabei an der Stan­ge, wäh­rend Kolleg*innen ver­schie­de­ne Posen vor­schla­gen und zwi­schen den zeich­nen­den Gäs­ten und ihrem Modell ver­mit­teln. Zum Schluss insze­niert die Tän­ze­rin oder der Tän­zer einen Lap­dance, der eben­falls auf Zei­chen­pa­pier gebannt wer­den darf. Die bis­her sie­ben Ver­an­stal­tungs­ter­mi­ne waren gut besucht und haben eine Men­ge Student*innen der Uni­ver­si­tät der Küns­te ange­lockt, die nor­ma­ler­wei­se wahr­schein­lich eher sel­ten in Kon­takt mit Stripper*innen kom­men — ein ers­ter Erfolg in Sachen Sicht­bar­keit und gesell­schaft­li­che Akzep­tanz. Auf­grund der Coro­na-Kri­se pla­nen wir gera­de, wei­te­re Ter­mi­ne über Online-Strea­ming anzu­bie­ten. Sobald es so weit ist, —> fin­det ihr hier mehr.
  • “Ask a Strip­per” — Öffent­li­che Fra­ge­run­den
Seit sei­ner Ver­öf­fent­li­chung ver­brei­tet der Hol­ly­wood-Film „Hust­lers“ (2019) lei­der jede Men­ge nega­ti­ve Ste­reo­ty­pe über Strip­pe­rin­nen. Dem woll­ten wir ent­ge­gen­wir­ken: Als der Film in Deutsch­land ins Kino kam, wur­de das BSC von ver­schie­de­nen Kinos in Ber­lin ein­ge­la­den. Unse­re Mit­glie­der stan­den nach den Vor­füh­run­gen für offe­ne Fra­ge­run­den im Publi­kum bereit, unter ande­rem auch im Soho House Ber­lin anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Frau­en­tags. So konn­ten wir zumin­dest eini­gen Kino-Besucher*innen ein rea­li­täts­nä­he­res Bild unse­rer Tätig­keit ver­mit­teln, Stig­ma­ti­sie­rung ent­ge­gen­wir­ken und unse­re Arbeit auch ein Stück weit “ent-sen­sa­tio­na­li­sie­ren”. Mot­to: Sprecht mit uns, nicht über uns! 🙂

Weitere Aktionen sind bereits in Arbeit …

  • Ver­net­zung mit Veranstalter*innen in der Musik- und Par­ty­sze­ne
Ein wich­ti­ges The­ma im BSC ist der Zugang zu viel­fäl­ti­ge­ren und unab­hän­gi­gen Ein­kom­mens­quel­len. Vie­le Stripper*innen tole­rie­ren man­gels Alter­na­ti­ven die teil­wei­se schlech­ten Arbeits­be­din­gun­gen in der Bran­che. Eini­ge von uns fah­ren hin­ge­gen bereits “mehr­glei­sig” und sind auch in Betrie­ben außer­halb der klas­si­schen Sex­ar­beit, zum Bei­spiel in Sze­ne­clubs wie dem Kit Kat Club oder dem Kater Blau tätig. Der BSC will sich als Anlauf­punkt für ver­schie­de­ne Veranstalter*innen und Clubs eta­blie­ren und unse­ren Mit­glie­dern die Sicht für Arbeits­mög­lich­kei­ten außer­halb des “klas­si­schen” Strip­clubs ermög­li­chen.
  • „Pop Up-Strip­club“
Die Idee ist, per spon­tan ent­ste­hen­dem Strip­club einem viel­fäl­ti­ge­ren Publi­kum das Strip­club-Kon­zept  und unse­re Arbeit näher zu brin­gen. Lang­fris­tig suchen wir nach Wegen, einen Arbeits­platz nach unse­ren eige­nen Regeln zu rea­li­sie­ren: Ein Raum wo Krea­ti­vi­tät und Inno­va­ti­on will­kom­men sind und Tänzer*innen, die das wol­len, auch in unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen ein­ge­bun­den sein kön­nen.
  • Gemein­sa­me Aktio­nen mit dem Berufs­ver­band ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen
Sobald die Coro­na­kri­se vor­bei ist und wir Men­schen uns wie­der per­sön­lich näher kom­men kön­nen, wünscht sich das BSC eine bal­di­ge Ver­net­zung und Zusam­men­ar­beit mit dem BesD. Man­che unse­rer Mit­glie­der sind auch in ande­ren Berei­chen der Sex­ar­beit tätig oder dar­an inter­es­siert. Obwohl rei­ne Strip­pe­rin­nen zum Bei­spiel nicht direkt nicht vom Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz betrof­fen sind, ver­ste­hen vie­le von uns sich als Sexarbeiter*innen. Wir alle ver­kau­fen ero­ti­sche und sexu­el­le Fan­ta­sien — dass wir dies auf unter­schied­li­che Art und Wei­se tun, soll­te uns nicht davon abhal­ten, zusam­men zu hal­ten!

Updates zum BSC

Hier  geht es —> zu unse­rer Web­site und —> Blog­bei­trä­gen unse­rer Mit­glie­der. Um kei­ne Neu­ig­kei­ten zu ver­pas­sen, kannst du hier  —> unse­re Face­book-Sei­te abon­nie­ren.  
Die­ser Bei­trag stammt aus der Feder der Ber­li­ner Sex­ar­bei­te­rin Tri­xie. Sie ist als Bei­rä­tin für For­schung & Wis­sen­schaft im Berufs­ver­band tätig und seit letz­tem Herbst auch Grün­dungs­mit­glied des —> Ber­lin Strip­pers Coll­ec­ti­ve (BSC). (c) Titel­bild:  Ida Marie Tan­ge­raas