Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Über uns

B.. e.. s.. D.. ?!

Der Berufs­ver­band für eroti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen, kurz BesD e.V., ist die bun­des­wei­te Inter­es­sen­ver­tre­tung aller Sex­ar­bei­ten­den in Deutsch­land. Gegrün­det 2013 in Köln von Sexarbeiter*innen für Sexarbeiter*innen. Wir kämp­fen für Rech­te statt Ver­bo­te, Auf­klä­rung statt Stig­ma­ti­sie­rung und bes­se­re Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen in der Sex­ar­beit.

Wer wir sind

Mit über 1000 Mit­glie­dern sind wir heu­te der euro­pa­weit größ­te Zusam­men­schluss, der aus­schließ­lich von Sexarbeiter*innen orga­ni­siert und geführt wird.

Im BesD enga­gie­ren sich Kolleg*innen aus ganz unter­schied­li­chen Berei­chen der Sex­ar­beit: von Escort, Bor­dell- und Stra­ßen­ar­beit über BDSM, Tan­tra und Sexu­al­as­sis­tenz bis hin zu Web­cam und Por­no­pro­duk­ti­on. Uns ver­bin­det, dass wir unse­re Arbeit selbst­be­stimmt aus­üben wol­len und die Bedin­gun­gen in unse­rer Bran­che aktiv mit­ge­stal­ten.

Unsere Geschichte

Der BesD ent­stand 2013 in einem poli­tisch auf­ge­heiz­ten Kli­ma: Kam­pa­gnen wie Ali­ce Schwar­zers Por­NO-Initia­ti­ve präg­ten ein Bild von Sex­ar­beit, in dem kaum zwi­schen frei­wil­li­ger Arbeit, Aus­beu­tung und Men­schen­han­del unter­schie­den wur­de.

Der EMMA‑„Appell gegen Pro­sti­tu­ti­on” for­der­te ein Ver­bot von Pro­sti­tu­ti­on nach dem Nor­di­schen Modell“ und bekam gro­ße media­le Auf­merk­sam­keit. Wäh­rend in Talk­shows und Leit­me­di­en über Pro­sti­tu­ti­on dis­ku­tiert wur­de, kamen Sexarbeiter*innen dabei selbst kaum zu Wort.

Am 13. Okto­ber 2013 grün­de­te eine klei­ne Grup­pe von Sex­ar­bei­te­rin­nen in Köln den BesD als selbst­or­ga­ni­sier­te Ant­wort auf die­se Zustän­de. Grün­dungs­mit­glied Johan­na Weber brach­te es damals auf den Punkt: „Viel zu lan­ge wur­de über uns, aber nicht mit uns gespro­chen. Es wird Zeit, dass wir uns von Ent­schei­dun­gen, die uns betref­fen, nicht län­ger aus­schlie­ßen las­sen!“

Was wir wollen

Wir kämp­fen vor­wie­gend ehren­amt­lich für poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen, die Sicher­heit, Selbst­be­stim­mung und fai­re Arbeits­rech­te in der Sex­ar­beit gewähr­leis­ten. Unser Ziel ist es, die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen von Sexarbeiter*innen zu ver­bes­sern, Dis­kri­mi­nie­rung abzu­bau­en und der Kri­mi­na­li­sie­rung von Men­schen in der Sex­ar­beit ent­ge­gen­zu­wir­ken. Wir set­zen uns dafür ein, dass Sex­ar­beit recht­lich und gesell­schaft­lich wie ande­re Beru­fe aner­kannt wird – mit Rech­ten, Schutz und ech­ter Mit­be­stim­mung statt Son­der­ge­set­zen und Stig­ma­ti­sie­rung.

Dazu gehört für uns auch, ein rea­lis­ti­sches Bild von Sex­ar­beit zu zei­gen: Wir spre­chen über die Viel­falt von Arbeits­or­ten, Ange­bo­ten und Lebens­rea­li­tä­ten und tre­ten plat­ten Kli­schees, ret­tungs­ori­en­tier­ten Debat­ten und dem soge­nann­ten „Nor­di­schen Modell“ ent­schie­den ent­ge­gen. Miss­stän­de wie Aus­beu­tung, Gewalt und Men­schen­han­del wol­len wir bekämp­fen – aber mit wirk­sa­men, pra­xis­na­hen Lösun­gen und bes­se­ren Rech­ten, nicht mit Ver­bo­ten.

Was wir machen

Wir brin­gen die Per­spek­ti­ven von Sex­ar­bei­ten­den dort­hin, wo über Sex­ar­beit ent­schie­den und gespro­chen wird. Unse­re Arbeit umfasst unter ande­rem:

Poli­ti­sche Inter­es­sen­ver­tre­tung:

Wir neh­men an Anhö­run­gen und Fach­run­den teil, ver­fas­sen Stel­lung­nah­men zu Geset­zes­vor­ha­ben und suchen den direk­ten Aus­tausch mit poli­ti­schen Entscheidungsträger*innen auf Bun­des- und Län­der­ebe­ne.

Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit:

Wir machen Pres­se­ar­beit, geben Inter­views, schrei­ben Gast­bei­trä­ge und ver­schi­cken Pres­se­mit­tei­lun­gen; unse­re Mit­glie­der hal­ten Vor­trä­ge, orga­ni­sie­ren Ver­an­stal­tun­gen und sind aktiv in sozia­len Medi­en, um ein rea­lis­ti­sches Bild von Sex­ar­beit sicht­bar zu machen und Vor­ur­tei­le abzu­bau­en.

Ange­bo­te für Sex­ar­bei­ten­de:

Wir orga­ni­sie­ren Work­shops „sex­wor­ker only“, Stamm­ti­sche und Online-Aus­tausch­for­ma­te, in denen Wis­sen geteilt, Erfah­run­gen bespro­chen und gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung mög­lich wird.

Ver­net­zung und Bünd­nis­se:

Wir arbei­ten mit Bera­tungs­stel­len, ande­ren Sex­wor­ker-Orga­ni­sa­tio­nen und natio­na­len Netz­wer­ken wie bufas zusam­men und sind Teil inter­na­tio­na­ler Sex­wor­ker-Netz­wer­ke wie NSWP, ICRSE und TAMPEP, um Kräf­te zu bün­deln und gemein­sa­me Stra­te­gien zu ent­wi­ckeln.

Fach­wis­sen und Hand­rei­chun­gen:

Wir brin­gen unse­re Exper­ti­se in Stu­di­en, Leit­fä­den und Hand­rei­chun­gen ein, wir­ken an Fach­ta­gun­gen und Fort­bil­dun­gen mit und und machen deut­lich, wie unter­schied­lich die Lebens­rea­li­tä­ten von Sex­ar­bei­ten­den sind.

Wie wir arbeiten

Von Anfang an war klar: Der BesD soll­te ein Ver­band von und für Sex­ar­bei­ten­de sein – selbst­or­ga­ni­siert und soli­da­risch.

Die­se Grund­idee prägt unse­re Arbeit bis heu­te: Wir arbei­ten über­wie­gend ehren­amt­lich, der Groß­teil unse­rer Pro­jek­te, Kam­pa­gnen und Ange­bo­te wird von enga­gier­ten Mit­glie­dern getra­gen, unter­stützt durch ein klei­nes Team von Teil­zeit­an­ge­stell­ten und pro­jekt­be­zo­ge­nen Hono­rar­kräf­ten. 

Finan­ziert wird der Ver­band aus­schließ­lich über Mit­glieds­bei­trä­ge, För­der­mit­tel und Spen­den – ins­be­son­de­re regel­mä­ßi­ge Spen­den sichern dabei unse­re Hand­lungs­fä­hig­keit.

Wer bei uns mitentscheiden kann

Mit­glie­der des BesD kön­nen aus­schließ­lich akti­ve oder ehe­ma­li­ge Sexarbeiter*innen wer­den. Sie bestim­men in der Mit­glie­der­ver­samm­lung die Linie des Ver­bands, wäh­len den Vor­stand und ent­wi­ckeln in Arbeits­grup­pen Pro­jek­te und Posi­tio­nen wei­ter.

Der BesD ist eine Selbst­ver­tre­tung von Sex­ar­bei­ten­den. Betrei­ber­ver­bän­de wie der Bun­des­ver­band Sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen (BSD) ver­fol­gen teil­wei­se ähn­li­che Zie­le, sind aber unab­hän­gi­ge Akteur*innen. 

Men­schen, die Bor­dell- oder Pro­sti­tu­ti­ons­stät­ten betrei­ben, kön­nen nur dann Mit­glied wer­den, wenn sie selbst als Sexarbeiter*in tätig sind oder in der Ver­gan­gen­heit waren; ihr Anteil liegt deut­lich unter zehn Pro­zent. 

Vor­stands­mit­glie­der wer­den von der Mit­glie­der­ver­samm­lung gewählt und han­deln für die Dau­er ihres Amts im Auf­trag der Mit­glie­der, um die beschlos­se­nen Ver­bands-Zie­le und Posi­tio­nen umzu­set­zen. Dar­über hin­aus enga­gie­ren sich Mit­glie­der ehren­amt­lich in AGs, als Bei­rä­te, in Orts­grup­pen oder Pro­jekt­teams.

Auf­ga­ben kön­nen von allen Mit­glie­dern über­nom­men wer­den, die Zeit, Erfah­rung und Lust haben, Ver­ant­wor­tung zu tra­gen. So kön­nen sich alle dort ein­brin­gen, wo ihre Erfah­run­gen und Res­sour­cen am bes­ten pas­sen – von poli­ti­scher Fach­ar­beit über Medi­en­ar­beit bis hin zu Peer-Sup­port und Ver­an­stal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­on.