Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Weibliche Kundinnen — Meine Erfahrung mit Frauen, die Sexarbeit kaufen

Weibliche Kundinnen — Meine Erfahrung mit Frauen, die Sexarbeit kaufen

Weibliche Kundinnen — Meine Erfahrung mit Frauen, die Sexarbeit kaufen
Ich ver­die­ne seit meh­re­ren Jah­ren mei­nen Lebens­un­ter­halt als berühr­ba­rer Domi­nus. Erfah­ren Men­schen von mei­nem Beruf, bewer­ten sie mei­ne Arbeit und mei­ne Per­son durch­schnitt­lich eher posi­tiv — wäh­rend die Gesell­schaft eher Ver­ach­tung und Abwer­tung für weib­li­che und trans­se­xu­el­le Sex­ar­bei­ten­de zu bie­ten hat. Das liegt viel­leicht einer­seits dar­an, dass mir anschei­nend mei­ne Frei­wil­lig­keit weni­ger eilig abge­spro­chen wer­den kann — aber sicher auch dar­an, dass über männ­li­che Pro­sti­tu­ti­on so gut wie nicht gespro­chen wird. Mehr Gedan­ken dazu habe ich für das BOX-Maga­zin in dem Arti­kel “Ich bin Sex­ar­bei­ter, das ist mei­ne Beru­fung, aber auch schlicht mein Beruf.” for­mu­liert. Hier soll es aber um ein The­ma gehen, über das noch weni­ger gespro­chen wird: Mei­ne weib­li­chen Kun­din­nen. Als Sex­ar­bei­ter, der nicht nur männ­li­che Kun­den hat habe ich Erfah­rung mit Frau­en, die für Sex­ar­beit — im mei­nem Fall inklu­si­ve BDSM-Ele­men­ten,  bezah­len. Zual­ler­erst: Wor­auf auch immer der alte Spruch “Das schwa­che Geschlecht” basie­ren soll, beim The­ma Schmerz­emp­fin­den trifft er jeden­falls nicht zu. Im Gegen­teil — mei­ner Erfah­rung nach zucken vie­le Män­ner­grip­pe-Kan­di­da­ten oft schon bei Andro­hung von schmerz­haf­ten Hand­lun­gen zusam­men, wäh­rend so man­che Frau bei den här­tes­ten Peit­schen­hie­ben noch immer im tiefs­ten Lust­mo­dus ver­har­ren kann. Als Domi­nus weiß ich: Frau­en kön­nen Schmerz ver­tra­gen und sich auch inten­siv Schmer­zen hin­ge­ben — und falls sie das dann auch noch wol­len, kom­me ich ins Spiel. In vie­len Ses­si­ons habe ich erlebt, dass wäh­rend der durch­schnitt­li­che Mann dem Schmerz noch als tap­fe­rer India­ner zu trot­zen ver­sucht, sel­bi­ger schon längst von der Frau in Lust ver­wan­delt wur­de. Es war eine Kun­din, die mei­ne BDSM-Ses­si­ons mit einem “See­len­tanz” beschrie­ben hat. Oft kommt die Fra­ge nach Unter­schie­den zwi­schen mei­nen Kun­den und mei­nen Kun­din­nen. Abge­se­hen davon, dass eini­ge mei­ner Kund*Innen sich nicht in binä­re Geschlech­ter­iden­ti­tä­ten ein­ord­nen las­sen, gibt es da schon ein paar klei­ne Din­ge, die mich immer wie­der schmun­zeln las­sen: Die ers­ten Anschrei­ben mei­ner männ­li­chen Kun­den lesen sich in der Regel wie die Bedie­nungs­an­lei­tung eines über­di­men­sio­na­len Sex­t­oys. Und die Feed­backs nach den Ses­si­ons kom­men mit  “War-geil-nächs­ten-Monat-wie­der-aber-dann-die-gro­ße-Sit­zung“ ohne Umschwei­fe auf den Punkt. Die meist viel umfang­rei­che­ren Feed­backs mei­ner Kun­din­nen sind im Ver­gleich dazu oft klei­ne lite­ra­ri­sche Kunst­wer­ke! Und: Ich per­sön­lich lege viel Wert auf das “Drum­her­um” bei mei­nen Ses­si­ons — bren­nen­de Ker­zen, pas­sen­de Musik, und so wei­ter. Und wäh­rend mei­ne männ­li­chen Kun­den bei der Fra­ge nach dem Ambi­en­te erst ein­mal ihren auf mich fixier­ten Blick lösen müs­sen um sich um zu sehen (sogar direkt nach einer 3‑Stun­den-Ses­si­on!), las­sen mich mei­ne Kun­din­nen oft bereits in der Anschreib-Mail wis­sen, wel­che Umge­bung sie sich wün­schen um so rich­tig los­las­sen zu kön­nen. Gera­de in einer BDSM-Ses­si­on muss es übri­gens nicht “poli­tisch kor­rekt” zuge­hen. Vie­le Kun­din­nen, die mich als Domi­nus buchen, wün­schen sich ein Hin­ge­ben-Dür­fen in pseudo-“konservative” Rol­len­ver­ständ­nis­se. Pseu­do, weil einer­seits hem­mung­los mit Kli­schees gespielt wer­den kann und gleich­zei­tig weder mei­ne Kun­din noch ich mich in die 50er Jah­re zurück­wün­schen! Im Gegen­teil ist die heu­te an vie­len Orten schon grö­ße­re Mög­lich­keit, als Frau über die eige­nen sexu­el­len Wün­sche und Gelüs­te zu spre­chen und die­se auch aus­le­ben zu dür­fen, ohne dafür ver­ächt­lich gemacht zu wer­den, eine Errun­gen­schaft der Eman­zi­pa­ti­on, die sich noch in viel mehr Köp­fen fest­set­zen soll­te. Als BDSM-Dienst­leis­ter kann das in mei­nem Fall zum Bei­spiel die klas­si­sche Mr. Grey-Num­mer mit viel Ver­bal­ero­tik sein, bis zum “erzwun­ge­nen” Gang­bang.
Die­ser Text stammt von Sex­ar­bei­ter And­re Nol­te, ali­as Dominus.Berlin. Neben sei­nem Haupt­job ist er als Akti­vist für Sex­ar­bei­ter-Rech­te, als Kolum­nist und als Dozent für The­men rund um BDSM und Sexua­li­tät tätig.