Berufsverband-Sexarbeit.de

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Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

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Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

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Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

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Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

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Aktionswoche 2026

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2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

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Recht auf Gesundheit für Sexarbeiter*innen: Online-Datenbank hilft bei der Auswahl von vertrauenswürdigen Ärzt*innen

Recht auf Gesundheit für Sexarbeiter*innen: Online-Datenbank hilft bei der Auswahl von vertrauenswürdigen Ärzt*innen

Recht auf Gesundheit für Sexarbeiter*innen: Online-Datenbank hilft bei der Auswahl von vertrauenswürdigen Ärzt*innen
Die Geschich­te des 3. März, des Inter­na­tio­na­len Tags für die Rech­te von Sexarbeiter*innen, geht auf das Jahr 2001 zurück, als sich über 25.000 Sexarbeiter*innen in Indi­en ver­sam­mel­ten — trotz der Bemü­hun­gen von Sexarbeitsgegner*innen, die ver­such­ten, die Ver­an­stal­tung zu ver­hin­dern.  Die Ver­an­stal­tung wur­de vom Dur­bar Mahi­la Saman­wa­ya Com­mit­tee orga­ni­siert, einer in Kal­kut­ta ansäs­si­gen Grup­pe, der über 50.000 Sexarbeiter*innen ange­hö­ren. Seit­dem wird der 3. März als jähr­li­ches, inter­na­tio­na­les Ereig­nis gefei­ert. Auch im Jahr 2021 sehen sich Sexarbeiter*innen welt­weit mit der Beschnei­dung ihrer Rech­te kon­fron­tiert: Wei­ter­hin müs­sen Men­schen, die Sex ver­kau­fen, um ihr Recht auf Frei­heit der Berufs­wahl und ‑aus­übung, ihr Recht auf kör­per­li­che und sexu­el­le Selbst­be­stim­mung und ihr Recht auf gute und siche­re Arbeits­be­din­gun­gen aktiv kämp­fen. Allei­ne aus die­ser Auf­zäh­lung zeigt sich: Eine Gleich­stel­lung mit ande­ren selbst­stän­di­gen oder frei­en Beru­fen liegt noch in wei­ter Fer­ne. Die Effek­te der Ein­schrän­kun­gen der Rech­te von Sexarbeiter*innen und die gesell­schaft­li­chen Vor­ur­tei­le gegen Sex­ar­beit sind auch in Deutsch­land zahl­reich. Wäh­rend der Umgang mit Sex­ar­beit hier­zu­lan­de im inter­na­tio­na­len Ver­gleich noch als libe­ral ein­ge­stuft wer­den kann, sind Sexarbeiter*innen auch hier stig­ma­ti­sie­ren­den Son­der­be­steue­run­gen sowie seit der Ein­füh­rung des soge­nann­ten Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­set­zes Regis­trie­rungs- und Bera­tungs­pflich­ten unter­wor­fen. Dazu kommt, dass wie­der­hol­te poli­ti­sche For­de­run­gen nach wei­te­ren Ein­schrän­kun­gen für Sexarbeiter*innen durch das soge­nann­te  Schwe­di­sche Modell oder Sexkauf­ver­bot eine bedroh­li­che Zukunft für Sex­ar­bei­ten­de in Deutsch­land zeich­nen. Die Kri­mi­na­li­sie­rung von Kund*innen oder ein kom­plet­tes Ver­bot sexu­el­ler Dienst­leis­tun­gen und damit eine Arbeit in der Ille­ga­li­tät hät­ten stark erhöh­te Sicher­heits­ri­si­ken zur Fol­ge. Ver­bo­te hel­fen Sexarbeiter*innen nicht – sie gefähr­den sie. Beson­ders erschre­ckend ist auch, wie die Gesund­heit von Sexarbeiter*innen auf­grund des Stig­mas, das sie und ihre Arbeit trifft, lei­det. Vie­le Sexarbeiter*innen kön­nen nicht ein­mal mit ihrem ver­trau­tes­ten, pri­va­ten Umfeld über ihre Arbeit spre­chen, ohne Ableh­nung und Unver­ständ­nis fürch­ten zu müs­sen. Die Belas­tung durch den Weg­fall sol­cher sozia­ler Res­sour­cen kann immens sein. Eine Stu­die unter kana­di­schen Sexarbeiter*innen zeig­te, dass die teil­neh­men­den Sexarbeiter*innen drei­mal häu­fi­ger als die Durch­schnitts­be­völ­ke­rung von einer unzu­rei­chen­den Gesund­heits­ver­sor­gung betrof­fen sind, da sie u.a. auf­grund ihrer Stig­ma­ti­sie­rungs­er­fah­run­gen weni­ger Ver­trau­en in die Dienst­leis­tun­gen der Gesund­heits­ver­sor­gung setz­ten oder sich sogar davor fürch­te­ten. Das Modell­pro­jekt Roter Stö­ckel­schuh des Berufs­ver­bands für ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen möch­te die­sen Ängs­ten etwas ent­ge­gen­set­zen. In der Online-Daten­bank des Pro­jekts sam­melt und kenn­zeich­net der Rote Stö­ckel­schuh Adres­sen, an denen sich Sexarbeiter*innen ohne Angst vor Ableh­nung oder Dis­kri­mi­nie­rung outen und über ihren Beruf spre­chen kön­nen. Das kann z.B. bei Bera­tungs­stel­len, in Gesund­heits­äm­tern, bei Ärzt*innen oder Therapeut*innen sein. Der Anspruch an die Träger*innen des Roten Stö­ckel­schuhs ist, dass sie Sexarbeiter*innen respekt­voll, akzep­tie­rend und ergeb­nis­of­fen begeg­nen. In die­se Daten­bank mit Kar­ten- und Such­funk­ti­on kön­nen Sexarbeiter*innen selbst Adres­sen ein­tra­gen, an denen sie gute Erfah­run­gen gemacht haben, oder Adres­sen, die ihr Will­kom­men für Sexarbeiter*innen signa­li­sie­ren wol­len, kön­nen sich selbst vor­stel­len und über ihre Ange­bot infor­mie­ren. Mit die­sem Vor­ha­ben möch­ten der Rote Stö­ckel­schuh und der Berufs­ver­band für ero­ti­sche und sexu­el­le Dienst­leis­tun­gen dazu bei­tra­gen, dass Sexarbeiter*innen in unse­rer Gesell­schaft eine gesund­heit­li­che und recht­li­che Gleich­stel­lung erfah­ren.
Die­ser Bei­trag stammt von Debo­rah Hacke, Pro­jekt­lei­te­rin des Roten Stö­ckel­schuh.