Berufsverband-Sexarbeit.de

Berufsverband-Sexarbeit.de

Will­kom­men beim BesD e.V., dem Berufs­ver­band für sexu­el­le und ero­ti­sche Dienst­leis­tun­gen.

2. Juni: Hurentag

2. Juni: Hurentag

Roter Regen­schirm, Sexy Out­fit, und dann ab zum Huren­tag!

Mehr erfahren

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Deine Spende gegen ein Sexkaufverbot

Wir brau­chen dei­ne Spen­de um wei­ter gegen ein Sexkauf­ver­bot in Deutsch­land anzu­kämp­fen.

Mehr erfahren

Aktionswoche 2026

Aktionswoche 2026

2. bis 6.Juni: Deutsch­land­wei­te Ver­an­stal­tungs­rei­he der Sex­ar­beit!

Mehr erfahren

Programmbeschwerde wegen diskriminierender 3‑sat Doku über Sexarbeit

Programmbeschwerde wegen diskriminierender 3‑sat Doku über Sexarbeit

Programmbeschwerde wegen diskriminierender 3‑sat Doku über Sexarbeit
Der BesD e.V. sieht im Rah­men der am 04.03.2021 auf 3sat.de ver­öf­fent­lich­ten Sen­dung Pro­sti­tu­ti­on: Kein Job wie jeder ande­re“, eine Ver­let­zung der in den Grund­sät­zen für die Zusam­men­ar­beit im ARD-Gemein­schafts­pro­gramm bezie­hungs­wei­se im ZDF-Staats­ver­trag genann­ten Richt­li­ni­en, ins­be­son­de­re in den fol­gen­den Zusam­men­hän­gen.

1. Betreffend Unparteilichkeit und Meinungsvielfalt:

ARD 1. (3) Die ARD hat bei der Erfül­lung ihres Auf­trags die Grund­sät­ze der Objek­ti­vi­tät und Unpar­tei­lich­keit der Bericht­erstat­tung, die Mei­nungs­viel­falt sowie die Aus­ge­wo­gen­heit der Pro­gram­me und Ange­bo­te zu berück­sich­ti­gen. Das soge­nann­te “nor­di­sche Modell” wird in der Sen­dung als Lösung für Pro­ble­me in der Sex­in­dus­trie dar­ge­stellt, wäh­rend Stim­men, die die mas­si­ven Pro­ble­me und Gefah­ren die­ses Ansat­zes auf­zei­gen kein ent­spre­chen­des Gehör fin­den. Die Inter­views und State­ments jener Befrag­ten in der Sen­dung, die sich klar gegen das Nor­di­sche Modell und für ande­re Lösungs­an­sät­ze aus­spre­chen, wur­den in einer Wei­se geschnit­ten bzw. gesen­det, die deren Aus­sa­gen unter­mi­niert (sie­he Punkt 4).
Zu den Orga­ni­sa­tio­nen, die seit vie­len Jah­ren gegen das „nor­di­sche Modell“ und für den umge­kehr­ten Weg einer Ent­kri­mi­na­li­sie­rung plä­die­ren, gehö­ren Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Human Rights Watch und Amnes­ty Inter­na­tio­nal, Orga­ni­sa­tio­nen gegen Men­schen­han­del wie GAATW und La Stra­da Inter­na­tio­nal, UNAIDS, Die Deut­sche Aids­hil­fe, Medi­ci­nes du mon­de, sowie sämt­li­che Sex­wor­ker-Orga­ni­sa­tio­nen in Euro­pa (ICRSE, NSWP, u.a.). Die unter der Rubrik “Wis­sen­schafts­do­ku­men­ta­tio­nen” im Web-Pro­gramm des Sen­ders 3Sat ver­öf­fent­lich­te Sen­dung bie­tet damit unse­rer Ansicht nach einen unwis­sen­schaft­li­chen und par­tei­li­chen Blick auf Sex­ar­beit in Deutsch­land.

2. Betreffend Diskriminierungsfreiheit:

ZDF §5 (3) Das Gesche­hen in den ein­zel­nen Län­dern und die kul­tu­rel­le Viel­falt Deutsch­lands sind ange­mes­sen in den Ange­bo­ten des ZDF dar­zu­stel­len. Die Ange­bo­te sol­len dabei auch die Zusam­men­ge­hö­rig­keit im ver­ein­ten Deutsch­land för­dern sowie der gesamt­ge­sell­schaft­li­chen lnte­gra­ti­on in Frie­den und Frei­heit und der Ver­stän­di­gung unter den Völ­kern die­nen und auf ein dis­kri­mi­nie­rungs­frei­es Mit­ein­an­der hin­wir­ken. Die Sen­dung bedient weit ver­brei­te­te Kli­schees, die Sex­ar­bei­ten­de in ein stig­ma­ti­sie­ren­des Licht rücken. Die Sprecher:innentexte bedie­nen sich einer Spra­che, die es den Zuschau­en­den unmög­lich macht, die Betrof­fe­nen als selbst­be­stimm­te Bürger:innen und den Beruf aus einer nicht abwer­ten­den Per­spek­ti­ve zu sehen. Auch die Bild­spra­che sowie die Unter­ti­tu­lie­rung von (migran­ti­schen) Sex­ar­bei­ten­den zeich­nen ein stig­ma­ti­sie­ren­des Gesamt­bild von Sexarbeiter:innen als macht­lo­se Opfer.
Die­se Pra­xis führt erwie­se­ner­ma­ßen dazu, dass Sex­ar­bei­ten­de „mund­tot“ gemacht wer­den, ihnen nicht zuge­hört und sie in ihren Anlie­gen und ihrem Kampf um Rech­te nicht ernst genom­men wer­den. Die Sen­dung trägt dadurch zur gesell­schaft­li­chen Stig­ma­ti­sie­rung und struk­tu­rel­len Dis­kri­mi­nie­rung von Sexarbeiter*innen und Sex­ar­beit in Deutsch­land bei.

3. Betreffend Objektivität:

ZDF §5 (1) In den Ange­bo­ten des ZDF soll ein objek­ti­ver Über­blick über das Welt­ge­sche­hen, ins­be­son­de­re ein umfas­sen­des Bild der deut­schen Wirk­lich­keit ver­mit­telt wer­den. In der Sen­dung wer­den wis­sen­schaft­lich nicht beleg­ba­re Zah­len ver­brei­tet – es sei­en 360.000 von schät­zungs­wei­se 400.000 Sex­ar­bei­ten­den in Deutsch­land Zwangs­pro­sti­tu­ier­te. Bei­de Zah­len sind nicht belegt. Tra­gi­sche Lei­dens­ge­schich­ten Ein­zel­ner wer­den unein­ge­ord­net als all­täg­li­che Rea­li­tät dar­ge­stellt.

4. Betreffend des Umgangs mit mitwirkenden Personen:

ARD 2. (3) c) Bei der Wie­der­ga­be von Inter­views und State­ments darf der Sinn der Aus­sa­ge nicht ver­än­dert oder ver­fälscht wer­den. (…) Per­so­nen, die um Mit­wir­kung an einer Sen­dung gebe­ten wer­den, dür­fen über Art und Zweck ihrer Mit­wir­kung nicht getäuscht wer­den. Die Sen­dung bat ver­schie­de­ne Expert:innen, deren Aus­sa­gen nicht der sex­ar­beits­feind­li­chen Stoß­rich­tung der Sen­dung ent­spre­chen, zum Inter­view. In der Sen­dung wur­de der Sinn ihrer Aus­sa­gen jedoch durch Schnitt, Bild­spra­che, Unter­ti­tu­lie­rung und Sprecher:innen-Texte in einen fal­schen Kon­text gerückt, auf unzu­läs­si­ge Wei­se ver­kürzt und gegen deren Inten­ti­on ver­wen­det. Die­se Vor­wür­fe wer­den zum Bei­spiel von der, in der Doku vor­kom­men­den, Wis­sen­schaft­le­rin und Exper­tin zum The­ma Sex­ar­beit Elfrie­de Stef­fan erho­ben: (https://www.stiftung-gssg.org/wp-content…teffan.pdf). Glei­ches erleb­ten zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen einer Bera­tungs­stel­le für Sex­ar­bei­ten­dedie eben­falls eine Gegen­stel­lung­nah­me ver­öf­fent­lich­ten: https://www.cse.ruhr/aktuell/nachricht/2…st-arbeit/.
Die bei­den akti­ven Sex­ar­bei­ten­den, die in der Sen­dung vor­kom­men, wur­den über eine fal­sche Dar­stel­lung des Vor­ha­bens zu Inter­views über­re­det. Ihnen wur­de eine aus­ge­wo­ge­ne Bericht­erstat­tung über das The­ma ver­spro­chen, in der ver­schie­de­ne Sei­ten gleich­be­rech­tigt ange­hört wür­den. Tat­säch­lich wur­den aus ihren meh­re­re Stun­den dau­ern­den Inter­views am Ende weni­ge Sät­ze geschnit­ten, die Sen­dung stell­te sie als irrele­van­te Aus­nah­men dar. Bei­de mach­ten ihren Unmut dar­über öffent­lich ver­laut­bar: Johan­na Weber: https://berufsverband-sexarbeit.de/index…er-andere/ Kris­ti­na Mar­len: https://twitter.com/KristinaMarlen_/stat…7511641089 Wir bit­ten die Ver­ant­wort­li­chen aus die­sen Grün­den um eine inhalt­li­che Prü­fung der Sen­dung Pro­sti­tu­ti­on: Kein Job wie jeder ande­re“ nach §5 des ZDF-Staats­ver­trags sowie um eine neu­tra­le, fak­ten­ba­sier­te und an den Aus­sa­gen und Bedürf­nis­sen der Betrof­fe­nen ori­en­tier­te Gegen­dar­stel­lung nach §9.