Sex Worker Pride – ein Tag um die Erfolge von Sexarbeiter*Innen und die Errungenschaften von Sexworker-Organisationen zu feiern!

  • Mehr Diversität: Seit Anfang dieses Jahres ist der BesD so breit und stark aufgestellt wie noch nie. Der Vorstand wurde von drei auf fünf Personen aufgestockt, unter anderem mit der ehemaligen Sexarbeiterin Susanne Bleier-Wilp und der Straßensexarbeiterin Nicole Schulze. Die Mitglieder im BesD – alles aktive oder ehemalige Sexarbeitende –  haben unterschiedlichste Hintergründe, sexuelle Identitäten, Arbeitsbereiche und Kund*Innen.
  • Mehr Mitglieder: Seit Monaten können wir uns über wachsende Mitgliederzahlen freuen – mit mittlerweile über 500 Mitgliedern bildet der 2013 gegründete BesD e.V. den größten Sexworkerverbund seiner Art in Europa.
  • Krisenmanagement: Seit Mitte März waren Prostitutionseinrichtungen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie geschlossen und alle Formen der Prostitution verboten. Wir haben tonnenweise Arbeit investiert, um unsere politische Arbeit, unser Engagement bei den Behörden, unsere Zusammenarbeit mit Verbündeten und Beratungsstellen und unsere Kommunikation nach außen zu intensivieren. Einen kleinen Eindruck dieser Arbeit bieten unsere Stellungnahmen und Pressemeldungen sowie ein Blick in den diesjährigen Medienspiegel.
  • Professionalisierung: Wir haben unsere Presseabteilung neu organisiert und breiter aufgefächert um noch besser Öffentlichkeitsarbeit leisten zu können.  Wir haben den Informationswert und die Benutzerfreundlichkeit unserer Website verbessert und viele Zoom-Veranstaltungen in unsere Arbeit integriert – von der Spendensammlung über Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit bis hin zur Organisation und Bereitstellung von Kommunikations-Orten.
  • Informationsquelle: Von Beginn der Pandemie bis Mitte April aktualisierten wir täglich unseren Artikel „Corona-Virus: Das sollten Sexarbeiter*Innen (und alle Anderen) jetzt beachten“ und haben damit die deutschlandweit erste Information zu Sexarbeit und Corona zur Verfügung gestellt. Unsere Informationen wurden  international von Sexarbeiter*Innen und Organisationen geteilt und übersetzt.
  • Hilfe und Unterstützung: Nach wie vor dokumentieren wir die verschiedenen Regelungen in den Bundesländern und bieten weiterhin Hilfe, Unterstützung und Informationen für Sexarbeiter*Innen an.  Wir haben den ersten Corona-Nothilfe Fonds für Sexarbeiter*Innen in Deutschland initiiert und organisiert, der sich speziell an Sexarbeiter*Innen richtet, die von staatlichen Hilfen ausgeschlossen sind. Es gelang uns, viele Spenden zu sammeln, und mit Hilfe eines Großspenders konnten wir 126.000 Euro an 400 Sexarbeiter*Innenin akuten Notlagen geben, bis das Geld im Juli alle war.
  • Lobby: Wir haben erfolgreich dafür gekämpft, dass das Übernachtungsverbot in Prostitutionsstätten für die Corona-Zeit aufgehoben wurde. Wir haben uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass die drakonischen Bußgelder für Verstöße gegen die Corona-Verordnung seitens Sexarbeiter*Innen drastisch gesenkt wurden. Zusammen mit Expert*Innen aus dem Gesundheitssektor erarbeiteten wir bereits im Mai ein Hygienekonzept, das detailliert aufzeigt, wie Sexarbeit während der Pandemie möglich ist. Wir setzen uns aktiv für die Wiederzulassung der Sexarbeit in allen Bundesländern ein und machen uns gegen ein Sexkaufverbot stark.
  • Social Media: Wir haben seit dem Internationalen Hurentag den Hashtag #RotlichtAN ins Leben gerufen – um gegen das schwedische Modell zu kämpfen und gegen das anhaltende Verbot von Sexarbeit zu protestieren.
  • Demos: Unsere Mitglieder haben Demonstrationen von Sexarbeiter*Innen und Verbündeten in mehreren Großstädten in Deutschland (Hamburg, Berlin, Köln, Stuttgart, Düsseldorf) organisiert, die in der Presse und in der Öffentlichkeit eine Menge Aufsehen erregten und aller Wahrscheinlichkeit nach dazu beigetragen haben, das Verbot von Sexarbeit endlich zu lockern.
  • Fortbildung: Wir haben die BesD-Workshops gestartet, wo Sexworker mit anderen Sexworkern online und sicher ihr Wissen teilen können.

Auch nach den teilweisen Lockerungen kämpfen wir weiter gegen die Diskriminierung von Sexarbeitenden und gegen kriminalisierende Gesetze.

Ein großes DANKESCHÖN an unsere Mitglieder und an unsere Verbündeten – für die unermüdliche und oft so anstrengende Arbeit im Kampf für die Rechte von Sexarbeitenden.

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